Das Zwangs­geld zur Erzwin­gung eines Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­an­spruchs

Das Zwangs­geld zur Erzwin­gung eines Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­an­spruchs ist in einem ein­heit­li­chen Betrag fest­zu­set­zen und nicht für jeden Tag der Nicht­be­schäf­ti­gung.

Das Zwangs­geld zur Erzwin­gung eines Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­an­spruchs

Ein Zwangs­geld für jeden Tag der Nicht­be­schäf­ti­gung stellt kei­ne zuläs­si­ge Zwangs­voll­stre­ckungs­maß­nah­me dar.

Bei dem all­ge­mei­nen Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­an­spruch han­delt es sich um eine unver­tret­ba­re Hand­lung, da der Arbeit­ge­ber sei­ner­seits Hand­lun­gen erbrin­gen muss wie zum Bei­spiel das zur Ver­fü­gung stel­len eines Arbeits­plat­zes. Es ist daher all­ge­mein aner­kannt, dass die Voll­stre­ckung eines Anspru­ches nach § 888 ZPO zu erfol­gen hat1.

Das Zwangs­geld nach § 888 ZPO ist in einem ein­heit­li­chen Betrag fest­zu­set­zen2. Aus Grün­den der Bestimmt­heit ist es unzu­läs­sig, für jeden Tag der Nicht­be­schäf­ti­gung (Zuwi­der­hand­lung) ein Zwangs­geld zu ver­hän­gen3. Die Vor­schrift des § 890 ZPO kann in die­sem Fal­le nicht ent­spre­chend ange­wen­det wer­den4.

Die Fest­set­zung eines (ein­heit­li­chen) Zwangs­gel­des hat nach § 888 ZPO auf Antrag des Gläu­bi­gers zu erfol­gen. Ein sol­cher ist bis­lang nicht gestellt. Viel­mehr hat der Klä­ger aus­drück­lich eine tage­wei­se Fest­set­zung des Zwangs­gel­des begehrt. Inso­weit gin­ge es bei der zutref­fen­den ein­heit­li­chen Fest­set­zung eines ein­heit­li­chen Zwangs­gel­des um eine erst­ma­lig zu bean­tra­gen­de Fest­set­zung und nicht die Abän­de­rung der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dung. Im Rah­men eines ein­heit­li­chen Zwangs­gel­des ist in Fäl­len des Ver­sto­ßes gegen die Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­pflicht in der Regel auch der Betrag einer Monats­ver­gü­tung ange­mes­sen5. Sol­ches kann aber im vor­lie­gen­den Beschwer­de­ver­fah­ren nicht fest­ge­setzt wer­den, da dies einen Ver­stoß gegen das Ver­schlech­te­rungs­ver­bot dar­stel­len kann6. Ange­sichts des­sen war es nur mög­lich, auf die sofor­ti­ge Beschwer­de der Beklag­ten den Zwangs­voll­stre­ckungs­an­trag des Klä­gers vom 28.05.2013 zurück­zu­wei­sen.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Baden ‑Würt­tem­berg, Beschluss vom 19. Sep­tem­ber 2013 – 13 Ta 15/​13

  1. GMP-Ger­mel­mann, ArbGG, 8. Auf­la­ge 2013 § 62 Rn. 62; Düwell/​Lipke, ArbGG, 3. Auf­la­ge 2012, § 62 Rn. 29; LAG Bre­men 21.02.1983, EzA ArbGG 1979 § 62 Nr. 10; LAG Ber­lin 26.09.1980, AR-Blat­tei Zwangs­voll­stre­ckung Nr. 33; 19.01.1978 EzA ZPO § 888 Nr. 1; 14.06.2001 LAGE ZPO § 888 Nr. 46; LAG Köln 17.02.1988, DB 1988, 660; LAG Frank­furt 11.03.1988NZA 1988, 743 []
  2. GMP-Ger­mel­mann, ArbGG, 8. Auf­la­ge 2013, § 62 Rn. 62; Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt 20.02.2013 – 12 Ta 478/​12 – m.w.N.; Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm 22.01.1986 – 1 Ta 399/​85 –, LAGE § 888 ZPO Nr. 4 []
  3. Düwell/​Lipke, ArbGG, 3. Auf­la­ge 2012, § 62 Rn. 29, m.w.N.; LAG Ber­lin 5.07.1985, NZA 1986, 36; GK-ArbGG/­Vos­sen § 62 Rn. 51 []
  4. GMP-Ger­mel­mann, ArbGG, 8. Auf­la­ge 2013, § 62 Rn. 62 []
  5. vgl. Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt 20.02.2013 – 12 Ta 478/​12 – []
  6. vgl. LAG Mün­chen 11.09.1993 – 2 Ta 214/​93 – LAGE § 888 ZPO Nr. 34 []