Dekla­ra­to­ri­sches Schuld­an­er­kennt­nis – und der Ein­wen­dungs­aus­schluss

Ein dekla­ra­to­ri­sches Schuld­an­er­kennt­nis, das sei­ne Grund­la­ge in der Ver­trags­frei­heit (§ 311 Abs. 1 BGB) hat, ist ein ver­trag­li­ches kau­sa­les Aner­kennt­nis, mit dem eine bestehen­de Schuld ledig­lich bestä­tigt wird. Ein sol­ches dekla­ra­to­ri­sches Schuld­an­er­kennt­nis setzt vor­aus, dass die Ver­trags­par­tei­en das Schuld­ver­hält­nis ganz oder teil­wei­se dem Streit oder der Unge­wiss­heit der Par­tei­en ent­zie­hen und es end­gül­tig fest­le­gen wol­len 1.

Dekla­ra­to­ri­sches Schuld­an­er­kennt­nis – und der Ein­wen­dungs­aus­schluss

Das dekla­ra­to­ri­sche Schuld­an­er­kennt­nis hat zur Fol­ge, dass der An mit sämt­li­chen Ein­wen­dun­gen recht­li­cher und tat­säch­li­cher Natur und der Gel­tend­ma­chung sämt­li­cher Ein­re­den aus­ge­schlos­sen ist, die ihm bei Abga­be sei­ner Erklä­rung bekannt waren oder mit denen er zumin­dest rech­ne­te 2.

Waren ihm bei Abga­be des Schuld­an­er­kennt­nis­ses sämt­li­che Ein­wen­dun­gen zur Höhe des von ihm ver­ur­sach­ten Scha­dens und zu einem etwai­gen Mit­ver­schul­den der Gläu­bi­ge­rin an der Ent­ste­hung des Scha­dens bekannt, ist er mit der Gel­tend­ma­chung eben die­ser Ein­wen­dun­gen aus­ge­schlos­sen.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 21. April 2016 – 8 AZR 474/​14

  1. vgl. etwa BAG 4.08.2015 – 3 AZR 137/​13, Rn. 35; 22.07.2010 – 8 AZR 144/​09, Rn.20; 15.03.2005 – 9 AZR 502/​03, zu II 2 a der Grün­de, BAGE 114, 97[]
  2. vgl. BAG 22.07.2010 – 8 AZR 144/​09, Rn.20; 22.10.1998 – 8 AZR 457/​97, zu I 4 c der Grün­de; BGH 11.12 2015 – V ZR 26/​15, Rn. 13; 30.05.2008 – V ZR 184/​07, Rn. 12[]