Der Annah­me­ver­zug des Arbeit­ge­bers

Der Arbeit­neh­mer kann die ver­ein­bar­te Ver­gü­tung ver­lan­gen, wenn der Arbeit­ge­ber mit der Annah­me der Arbeits­leis­tung in Ver­zug kommt, weil er im erfüll­ba­ren Arbeits­ver­hält­nis die ihm ange­bo­te­ne Leis­tung nicht annimmt, § 615 Satz 1, § 293 BGB.

Der Annah­me­ver­zug des Arbeit­ge­bers

Die Arbeit­ge­be­rin gerät in Annah­me­ver­zug, indem sie die vom Arbeit­neh­mer ange­bo­te­ne Arbeits­leis­tung ablehnt, §§ 293, 294 ff. BGB.

Dabei ist regel­mä­ßig ein tat­säch­li­ches Ange­bot iSv. § 294 BGB erfor­der­lich. Nach § 295 BGB genügt ein wört­li­ches Ange­bot des Arbeit­neh­mers nur, wenn der Arbeit­ge­ber ihm erklärt hat, er wer­de die Leis­tung nicht anneh­men, oder wenn zur Bewir­kung der Arbeits­leis­tung eine Hand­lung des Arbeit­ge­bers erfor­der­lich ist (§ 295 BGB).

Der Arbeit­neh­mer muss sei­ne Arbeits­leis­tung den Anfor­de­run­gen des § 295 BGB ent­spre­chend anbie­ten.

Sind die Vor­aus­set­zun­gen von § 295 BGB gege­ben, muss der Arbeit­neh­mer nicht aus­drück­lich erklä­ren, er bie­te die Arbeits­leis­tung an. Ein Ange­bot ist, ohne dass hier­an hohe Anfor­de­run­gen zu stel­len sind, kon­klu­dent mög­lich 1. Es genügt, wenn der Arbeit­neh­mer gegen die Ableh­nung sei­ner Arbeits­leis­tung oder das Unter­las­sen einer erfor­der­li­chen Mit­wir­kungs­hand­lung pro­tes­tiert und damit sei­ne Leis­tungs­be­reit­schaft zum Aus­druck bringt 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 24. August 2016 – 5 AZR 853/​15

  1. BAG 30.04.2008 – 5 AZR 502/​07, Rn. 23, BAGE 126, 316[]
  2. st. Rspr., BAG 25.02.2015 – 5 AZR 886/​12, Rn. 42, BAGE 151, 45; 18.11.2015 – 5 AZR 491/​14, Rn. 23, BAGE 153, 256; 18.11.2015 – 5 AZR 814/​14, Rn. 51[]