Der Betriebs­über­gang und das Inkraft­tre­ten eines Tarif­ver­tra­ges

Tritt ein Tarif­ver­trag nicht mit sei­nem Abschluss, son­dern erst spä­ter in Kraft, ist für den Beginn der Tarif­gel­tung der Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens maß­ge­bend. Zuvor gehört der tarif­ver­trag­li­che Rege­lungs­be­stand nicht zu den Rech­ten und Pflich­ten aus dem im Zeit­punkt eines Betriebs­über­gangs bestehen­den Arbeits­ver­hält­nis nach § 613a Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 BGB 1.

Der Betriebs­über­gang und das Inkraft­tre­ten eines Tarif­ver­tra­ges

Ein Zah­lungs­an­spruch gegen den Betriebs­über­neh­mer folgt auch nicht aus der arbeits­ver­trag­li­chen Bezug­nah­me auf die "Vor­schrif­ten der jeweils gül­ti­gen Tarif­ver­trä­ge".

Aus der dyna­misch aus­zu­le­gen­den Bezug­nah­me­klau­sel 2 des Arbeits­ver­tra­ges folgt der Zah­lungs­an­spruch des Arbeit­neh­mers nicht. Eine dyna­mi­sche Bezug­nah­me auf "die Vor­schrif­ten der jeweils gül­ti­gen Tarif­ver­trä­ge" erfasst nicht Haus­ta­rif­ver­trä­ge eines ande­ren Unter­neh­mens 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 26. Sep­tem­ber 2012 – 4 AZR 511/​10

  1. BAG 16.05.2012 – 4 AZR 321/​10, Rn. 17 bis 34, NZA 2012, 923[]
  2. zu den Aus­le­gungs­maß­stä­ben eines For­mu­lar­ver­tra­ges BAG 16.05.2012 – 4 AZR 321/​10, Rn. 37 mwN, NZA 2012, 923; 4 AZR 320/​10, Rn. 26 mwN, ZIn­sO 2012, 1895[]
  3. BAG 16.05.2012 – 4 AZR 321/​10, Rn. 46 f., aaO; 4 AZR 320/​10, Rn. 33 f., aaO[]