Der arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz – und die Grup­pen­bil­dung

Der arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz gebie­tet dem Arbeit­ge­ber, Arbeit­neh­mer oder Grup­pen von Arbeit­neh­mern, die sich in ver­gleich­ba­rer Lage befin­den, bei Anwen­dung einer selbst gege­be­nen Rege­lung gleich­zu­be­han­deln.

Der arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz – und die Grup­pen­bil­dung

Der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz wird inhalt­lich durch den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG bestimmt. Bei frei­wil­li­gen Leis­tun­gen muss der Arbeit­ge­ber die Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen so abgren­zen, dass Arbeit­neh­mer nicht aus sach­frem­den oder will­kür­li­chen Grün­den aus­ge­schlos­sen wer­den.

Ver­stößt der Arbeit­ge­ber bei der Gewäh­rung frei­wil­li­ger Leis­tun­gen gegen den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz, hat der benach­tei­lig­te Arbeit­neh­mer Anspruch auf die vor­ent­hal­te­ne Leis­tung 1.

Bil­det der Arbeit­ge­ber Grup­pen von begüns­tig­ten und benach­tei­lig­ten Arbeit­neh­mern, muss die­se Grup­pen­bil­dung sach­li­chen Kri­te­ri­en ent­spre­chen. Dabei kommt es dar­auf an, ob sich nach dem Zweck der Leis­tung Grün­de erge­ben, die es unter Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de recht­fer­ti­gen, der einen Arbeit­neh­mer­grup­pe Leis­tun­gen vor­zu­ent­hal­ten, die der ande­ren Grup­pe ein­ge­räumt wor­den sind. Eine unter­schied­li­che Behand­lung der Arbeit­neh­mer ist dann mit dem Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ver­ein­bar, wenn die Unter­schei­dung gera­de nach dem Zweck der Leis­tung gerecht­fer­tigt ist 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 19. Sep­tem­ber 2017 – 9 AZR 36/​17

  1. st. Rspr., vgl. BAG 13.12 2016 – 9 AZR 606/​15, Rn. 27; 15.11.2011 – 9 AZR 387/​10, Rn. 27[]
  2. BAG 13.12 2016 – 9 AZR 606/​15 – aaO; 19.03.2003 – 10 AZR 365/​02, zu II 1 der Grün­de mwN, BAGE 105, 266[]