Der hin­rei­chend bestimm­te Kla­ge­an­trag bei der Befris­tungs­kon­troll­kla­ge

Nach § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO muss der Streit­ge­gen­stand so kon­kret umschrie­ben wer­den, dass der Umfang der Rechts­kraft­wir­kung für die Par­tei­en nicht zwei­fel­haft ist [1].

Der hin­rei­chend bestimm­te Kla­ge­an­trag bei der Befris­tungs­kon­troll­kla­ge

Bei einer Befris­tungs­kon­troll­kla­ge soll­te zwar das Datum der Befris­tungs­ab­re­de neben dem streit­be­fan­ge­nen Been­di­gungs­ter­min im Kla­ge­an­trag bezeich­net wer­den, um die not­wen­di­ge Bestimmt­heit ein­deu­tig zu gewähr­leis­ten [2]. Es genügt aber, wenn sich der Ver­trag, der die ange­grif­fe­ne Befris­tung ent­hält, im Wege der Aus­le­gung aus dem wei­te­ren Kla­ge­vor­brin­gen ergibt [3].

Dies war in dem hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Streit­fall gege­ben: Zwar begehrt die kla­gen­de Arbeit­neh­me­rin mit dem Kla­ge­an­trag die Fest­stel­lung, „dass das zwi­schen den Par­tei­en bestehen­de Arbeits­ver­hält­nis vom 01.10.2014 /3.06.2015 nicht auf­grund der Befris­tung mit Ablauf des 30.06.2016 geen­det hat“. Damit ist im Kla­ge­an­trag sowohl der 1.10.2014 als auch der 3.06.2015 als Datum der Befris­tungs­ab­re­de genannt. Die Arbeit­neh­me­rin hat jedoch bereits in der Kla­ge­schrift unter Bei­fü­gung der ent­spre­chen­den Ver­trags­un­ter­la­gen dar­ge­stellt, dass die Par­tei­en zunächst unter dem 1.10.2014 einen zum 30.06.2015 befris­te­ten Arbeits­ver­trag geschlos­sen hat­ten und die­se Befris­tung mit der Ände­rungs­ver­ein­ba­rung vom 03.06.2015 bis zum 30.06.2016 ver­län­gert wur­de. Dar­aus ergibt sich mit der erfor­der­li­chen Klar­heit, dass die Arbeit­neh­me­rin die letz­te, am 3.06.2015 ver­ein­bar­te Befris­tung angrei­fen will.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 21. August 2019 – 7 AZR 452/​17

  1. BAG 27.07.2016 – 7 ABR 16/​14, Rn. 13 mwN[]
  2. vgl. KR/​Bader 12. Aufl. § 17 TzBfG Rn. 11; ErfK/­Mül­ler-Glö­ge 19. Aufl. TzBfG § 17 Rn. 15[]
  3. vgl. BAG 23.01.2019 – 7 AZR 733/​16, Rn. 9 mwN[]