Der Kla­ge­an­trag – und sei­ne Aus­le­gung

Maß­ge­bend für die Aus­le­gung eines Kla­ge­an­trags sind die für Wil­lens­er­klä­run­gen des bür­ger­li­chen Rechts ent­wi­ckel­ten Grund­sät­ze.

Der Kla­ge­an­trag – und sei­ne Aus­le­gung

Ent­spre­chend § 133 BGB ist nicht am buch­stäb­li­chen Sinn des in der Pro­zess­erklä­rung gewähl­ten Aus­drucks zu haf­ten, viel­mehr ist der in der Erklä­rung ver­kör­per­te Wil­le zu ermit­teln.

Im Zwei­fel sind pro­zes­sua­le Wil­lens­er­klä­run­gen so aus­zu­le­gen, dass das gewollt ist, was aus Sicht der Pro­zess­par­tei nach den Maß­stä­ben der Rechts­ord­nung ver­nünf­tig ist und der wohl­ver­stan­de­nen Inter­es­sen­la­ge ent­spricht. Dabei sind die schutz­wür­di­gen Belan­ge des Pro­zess­geg­ners zu berück­sich­ti­gen 1.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 25. August 2016 – 8 AZR 53/​15

  1. vgl. etwa BAG 7.07.2015 – 10 AZR 416/​14, Rn. 18, BAGE 152, 108; 2.09.2014 – 3 AZR 951/​12, Rn. 34[]