Der Sozi­al­plan als Betriebs­ver­ein­ba­rung – und sei­ne Aus­le­gung

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts sind Sozi­al­plä­ne als Betriebs­ver­ein­ba­run­gen eige­ner Art wegen ihrer nor­ma­ti­ven Wir­kun­gen (§ 77 Abs. 4 Satz 1, § 112 Abs. 1 Satz 3 BetrVG) wie Tarif­ver­trä­ge aus­zu­le­gen.

Der Sozi­al­plan als Betriebs­ver­ein­ba­rung – und sei­ne Aus­le­gung
  • Aus­ge­hend vom Wort­laut und dem durch ihn ver­mit­tel­ten Wort­sinn kommt es auf den Gesamt­zu­sam­men­hang und die Sys­te­ma­tik der Bestim­mung an.
  • Dar­über hin­aus sind Sinn und Zweck der Rege­lung von beson­de­rer Bedeu­tung.
  • Im Zwei­fel gebührt der­je­ni­gen Aus­le­gung der Vor­zug, die zu einem sach­ge­rech­ten, zweck­ori­en­tier­ten, prak­tisch brauch­ba­ren und geset­zes­kon­for­men Ver­ständ­nis der Rege­lung führt 1.

Die­ser Aus­le­gungs­grund­satz gilt auch, wenn die Betriebs­par­tei­en tarif­li­che Rege­lun­gen in eine Betriebs­ver­ein­ba­rung ein­be­zie­hen 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 20. Febru­ar 2018 – 1 AZR 787/​16

  1. BAG 26.09.2017 – 1 AZR 137/​15, Rn. 11 mwN auf BAG 17.11.2015 – 1 AZR 881/​13, Rn. 13 mwN[]
  2. BAG 26.09.2017 – 1 AZR 137/​15, Rn. 12[]