Der Sozi­al­plan für ehe­ma­li­ge Beschäf­tig­te in der Flug­gast­ab­fer­ti­gung am Flug­ha­fen Tegel

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat einen Sozi­al­plan für wirk­sam erklärt, den die Eini­gungs­stel­le anläss­lich der Ein­stel­lung des Betrie­bes der Avia­ti­on Pas­sa­ge Ser­vice Ber­lin GmbH & Co. KG zur Flug­gast­ab­fer­ti­gung am Flug­ha­fen Tegel 2015 und der Kün­di­gung sämt­li­cher Beschäf­tig­ter beschlos­sen hat­te.

Der Sozi­al­plan für ehe­ma­li­ge Beschäf­tig­te in der Flug­gast­ab­fer­ti­gung am Flug­ha­fen Tegel

Nach­dem der zunächst beschlos­se­ne Sozi­al­plan für unwirk­sam erklärt wor­den war 1 hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt einen nach wei­te­ren Ver­hand­lun­gen vor der Eini­gungs­stel­le beschlos­se­nen neu­en Sozi­al­plan nun für wirk­sam erach­tet.

Zur Begrün­dung hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt aus­ge­führt, das vor­ge­se­he­ne Sozi­al­plan­vo­lu­men sei zwar für eine an sich erfor­der­li­che sub­stan­zi­el­le Mil­de­rung der den Beschäf­tig­ten durch die Betriebs­schlie­ßung ent­stan­de­nen Nach­tei­le zu gering bemes­sen. Dies sei jedoch auf­grund der wirt­schaft­li­chen Lage der Arbeit­ge­be­rin gerecht­fer­tigt. Da die Arbeit­ge­be­rin selbst über prak­tisch kei­ne eige­nen Mit­tel ver­fü­ge, habe die Eini­gungs­stel­le zu Recht nur der Betrag als Sozi­al­plan­vo­lu­men zugrun­de gelegt, für den es eine Finan­zie­rungs­zu­sa­ge einer ande­ren Gesell­schaft gege­ben habe. Ansprü­che der Arbeit­ge­be­rin gegen Drit­te auf Finan­zie­rung eines höhe­ren Sozi­al­plan­vo­lu­mens sei­en nicht gege­ben. Die Vor­aus­set­zun­gen eines Bemes­sungs­durch­griffs lägen eben­falls nicht vor. Ein Bemes­sungs­durch­griff sei weder unter dem Gesichts­punkt eines etwai­gen fak­ti­schen Beherr­schungs­ver­tra­ges noch nach Treu und Glau­ben unter dem Gesichts­punkt des Gebots der ver­trau­ens­vol­len Zusam­men­ar­beit nach § 2 Abs. 1 BetrVG gerecht­fer­tigt.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin ‑Bran­den­burg, Beschluss vom 18. Oktober2018 – 21 TaBV 1372/​17 2

  1. sie­he LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 01.03.2016 – 9 TaBV 1519/​15[]
  2. nicht rechts­kräf­tig – Revi­si­on beim BAG – 1 ABR 7/​19[]