Der dis­kri­mi­nier­te Stel­len­be­wer­ber – und die Kos­ten­ent­schei­dung bei teil­wei­sem Obsie­gen in der Ent­schä­di­gungs­kla­ge

Die vom Lan­des­ar­beits­ge­richt im Beru­fungs­ver­fah­ren zu tref­fen­de Kos­ten­ent­schei­dung rich­tet sich bei Kla­gen über Ent­schä­di­gun­gen nach dem AGG nach § 64 Abs. 6 ArbGG iVm. §§ 91 ff. ZPO, wobei bei einem nur teil­wei­sen Obsiegen/​Unterliegen des Stel­len­be­wer­bers Ver­an­las­sung bestehen kann, von der in § 92 Abs. 2 Nr. 2 ZPO vor­ge­se­he­nen Mög­lich­keit Gebrauch zu machen.

Der dis­kri­mi­nier­te Stel­len­be­wer­ber – und die Kos­ten­ent­schei­dung bei teil­wei­sem Obsie­gen in der Ent­schä­di­gungs­kla­ge

Zwar trifft es zu, dass Ver­fah­ren, die Kla­gen wegen Ver­stö­ßen gegen das Benach­tei­li­gungs­ver­bot des AGG zum Gegen­stand haben, nicht weni­ger güns­tig gestal­tet sein dür­fen als Kla­ge­ver­fah­ren, die nur inner­staat­li­ches Recht betref­fen (Grund­satz der Äqui­va­lenz) und dass die Aus­übung der durch die Uni­ons­rechts­ord­nung ver­lie­he­nen Rech­te nicht prak­tisch unmög­lich gemacht oder über­mä­ßig erschwert wer­den darf (Grund­satz der Effek­ti­vi­tät) 1.

Dies ist aber bei Anwen­dung der §§ 91 ff. ZPO, nach denen sich der gericht­li­che Kos­ten­aus­spruch gene­rell und ein­heit­lich nach Obsie­gen und Unter­lie­gen rich­tet, ohne nach der "Her­kunft" des gel­tend gemach­ten Kla­ge­an­spruchs zu dif­fe­ren­zie­ren, nicht der Fall.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 11. August 2016 – 8 AZR 4/​15

  1. st. Rspr. des EuGH, vgl. nur 28.01.2015 – C‑417/​13 – [Star­ja­kob] Rn. 61 mwN[]