Der Streit um das Bestehen eines Arbeits­ver­hält­nis­ses zum Ent­lei­her – und die Fest­stel­lungs­kla­ge

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts kann ein Arbeit­neh­mer mit der all­ge­mei­nen Fest­stel­lungs­kla­ge das Bestehen eines Arbeits­ver­hält­nis­ses zu einem Ent­lei­her auf Grund­la­ge der Vor­schrif­ten des Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­set­zes gel­tend machen 1.

Der Streit um das Bestehen eines Arbeits­ver­hält­nis­ses zum Ent­lei­her – und die Fest­stel­lungs­kla­ge

Nach § 256 Abs. 1 ZPO muss eine Fest­stel­lungs­kla­ge grund­sätz­lich den gegen­wär­ti­gen Bestand eines Rechts­ver­hält­nis­ses betref­fen. Dies steht der Zuläs­sig­keit einer Kla­ge, mit der die Fest­stel­lung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht zur für die Gegen­wart, son­dern zusätz­lich auch für einen bestimm­ten in der Ver­gan­gen­heit lie­gen­den Zeit­raum begehrt wird, aller­dings nicht ent­ge­gen. Trotz des Ver­gan­gen­heits­be­zugs des Antrags besteht das beson­de­re Fest­stel­lungs­in­ter­es­se näm­lich dann, wenn sich aus ihm Rechts­fol­gen für die Gegen­wart und Zukunft, ins­be­son­de­re mög­li­che Ansprü­che auf Ver­gü­tung erge­ben kön­nen 2.

Der Fest­stel­lungs­an­trag ist aus­rei­chend bestimmt iSd. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO, wenn

  • die Arbeits­ver­trags­par­tei­en,
  • den Beschäf­ti­gungs­be­ginn 3,
  • die Art der Arbeits­leis­tung sowie
  • deren zeit­li­chen Umfang

und damit die essen­ti­alia nego­tii eines Arbeits­ver­trags hin­rei­chend deut­lich bezeich­net. Dies reicht in jedem Fal­le aus 4.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 20. Sep­tem­ber 2016 – 9 AZR 735/​15

  1. BAG 23.06.2015 – 9 AZR 261/​14, Rn. 15, BAGE 152, 59[]
  2. BAG 23.06.2015 – 9 AZR 261/​14, Rn. 16, BAGE 152, 59[]
  3. vgl. hier­zu BAG 17.03.2015 – 9 AZR 702/​13, Rn. 34[]
  4. vgl. BAG 25.06.2014 – 7 AZR 847/​12, Rn. 22, BAGE 148, 299[]