Der Streit um die Bil­dung eines Wirt­schafts­aus­schus­ses im Gemein­schafts­be­trieb

Die vom Trä­ger­un­ter­neh­men eines Gemein­schafts­be­trie­bes begehr­te Fest­stel­lung, dass der Betriebs­rat nicht befugt ist, einen Wirt­schafts­aus­schuss zu bil­den, genügt den Anfor­de­run­gen des § 256 Abs. 1 ZPO.

Der Streit um die Bil­dung eines Wirt­schafts­aus­schus­ses im Gemein­schafts­be­trieb

Sie ist auf ein Rechts­ver­hält­nis gerich­tet. An der begehr­ten Fest­stel­lung hat die Antrag­stel­le­rin auch ein recht­li­ches Inter­es­se iSd. § 256 Abs. 1 ZPO, da der Betriebs­rat sich des Rechts, einen Wirt­schafts­aus­schuss zu bil­den, berühmt und er auch bereits einen Wirt­schafts­aus­schuss bestellt hat [1]. Durch die Ent­schei­dung über den Antrag wird auch für die Zukunft geklärt, ob von dem Betriebs­rat – bei im Wesent­li­chen unver­än­der­ten tat­säch­li­chen Umstän­den – ein Wirt­schafts­aus­schuss bestellt wer­den darf oder nicht [2].

Die Antrag­stel­le­rin ist als Trä­ger­un­ter­neh­men des Gemein­schafts­be­triebs antrags­be­fugt, obwohl der Haupt­an­trag nicht dar­auf beschränkt ist, die Befug­nis zur Bil­dung eines Wirt­schafts­aus­schus­ses nur in Bezug auf das Unter­neh­men der Antrag­stel­le­rin zu klä­ren. Zwar erfolgt die Bil­dung des Wirt­schafts­aus­schus­ses nach § 106 Abs. 1 Satz 1 BetrVG grund­sätz­lich unter­neh­mens­be­zo­gen, nicht betriebs­be­zo­gen [3]. In bestimm­ten Son­der­kon­stel­la­tio­nen kann die Grup­pe der Trä­ger­un­ter­neh­men eines Gemein­schafts­be­triebs hin­sicht­lich der Vor­aus­set­zun­gen des § 106 BetrVG jedoch wie ein Unter­neh­men zu behan­deln sein [4]. Die Antrag­stel­le­rin ist befugt, klä­ren zu las­sen, ob eine sol­che Son­der­kon­stel­la­ti­on vor­liegt.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 26. Febru­ar 2020 – 7 ABR 20/​18

  1. vgl. BAG 19.11.2019 – 7 ABR 3/​18, Rn. 14[]
  2. BAG 22.07.2014 – 1 ABR 93/​12, Rn. 16 mwN[]
  3. BAG 19.11.2019 – 7 ABR 3/​18, Rn. 17[]
  4. BAG 19.11.2019 – 7 ABR 3/​18, Rn. 31 ff.[]