Der Streit um die tarif­li­che Stu­fen­zu­ord­nung – und die Feststellungsklage

Beim Streit um eine zutref­fen­de Stu­fen­zuor­dung kann anstel­le es Leis­tungs­an­trags auch für ver­gan­ge­ne Zeit­räu­me ein Fest­stel­lungs­an­trag zuläs­sig sein.

Der Streit um die tarif­li­che Stu­fen­zu­ord­nung – und die Feststellungsklage

Dem für den Fest­stel­lungs­an­trag nach § 256 Abs. 1 ZPO erfor­der­li­chen Fest­stel­lungs­in­ter­es­se steht der Vor­rang der Leis­tungs­kla­ge nicht entgegen. 

Die­ser Rechts­ge­dan­ke ist kein Selbst­zweck, son­dern dient dazu, Rechts­strei­tig­kei­ten pro­zess­wirt­schaft­lich sinn­voll zu erle­di­gen. Für eine Fest­stel­lungs­kla­ge kann trotz der Mög­lich­keit einer vor­ran­gi­gen Leis­tungs­kla­ge ein Fest­stel­lungs­in­ter­es­se bestehen, wenn durch sie der Streit ins­ge­samt besei­tigt und das Rechts­ver­hält­nis der Par­tei­en abschlie­ßend geklärt wer­den kann1

Das war in dem hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Rechts­streit aus dem öffent­li­chen Dienst der Fall. Zwi­schen den Par­tei­en besteht ledig­lich Streit über die Stu­fen­zu­ord­nung, nicht aber über die Höhe der sich dar­aus erge­ben­den Zah­lungs­dif­fe­renz. Bereits das von der Arbeit­neh­me­rin erstreb­te, der Voll­stre­ckung nicht zugäng­li­che Fest­stel­lungs­ur­teil ist geeig­net, den recht­li­chen Kon­flikt der Par­tei­en end­gül­tig zu lösen und wei­te­re Pro­zes­se zu ver­mei­den. Das gilt auch, soweit die Fest­stel­lungs­kla­ge Zins­for­de­run­gen zum Gegen­stand hat2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 29. April 2021 – 6 AZR 232/​17

  1. BAG 18.02.2021 – 6 AZR 205/​20 – Rn. 15 mwN[]
  2. BAG 03.07.2014 – 6 AZR 1088/​12 – Rn. 12[]

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