Der Streit ums Gehalt – und der Fest­stel­lungs­an­trag im Arbeitsgerichtsverfahren

Die Fest­stel­lungs­kla­ge ist dar­auf gerich­tet, ein zwi­schen den Par­tei­en bestehen­des Rechts­ver­hält­nis im Sinn von § 256 Abs. 1 ZPO fest­zu­stel­len. Sie muss sich nicht not­wen­dig auf ein Rechts­ver­hält­nis als Gan­zes bezie­hen. Sie kann sich auf ein­zel­ne Bezie­hun­gen oder Fol­gen aus einem Rechts­ver­hält­nis, auf bestimm­te Ansprü­che oder Ver­pflich­tun­gen oder auf den Umfang einer Leis­tungs­pflicht beschrän­ken1

Der Streit ums Gehalt – und der Fest­stel­lungs­an­trag im Arbeitsgerichtsverfahren

Das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se ist gege­ben, wenn der Streit durch die Ent­schei­dung über den Antrag ins­ge­samt besei­tigt wird und das Rechts­ver­hält­nis der Par­tei­en abschlie­ßend geklärt wer­den kann. Für einen auf die Ver­gan­gen­heit bezo­ge­nen Antrag besteht die­ses beson­de­re recht­li­che Inter­es­se, wenn sich aus ihm Rechts­fol­gen für die Gegen­wart und Zukunft, ins­be­son­de­re mög­li­che Ansprü­che auf Ver­gü­tung, erge­ben kön­nen2.

Wird der Umfang der Leis­tungs­pflicht der Arbeit­ge­be­rin durch die erstreb­te Fest­stel­lung abschlie­ßend geklärt, muss der Arbeit­neh­mer auch für die bereits vor Kla­ge­er­he­bung ent­stan­de­nen und fäl­lig gewor­de­nen Ansprü­che nicht auf Leis­tungs­an­trä­ge über­ge­hen3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 9. Dezem­ber 2020 – 10 AZR 335/​20

  1. BAG 15.07.2020 – 10 AZR 507/​18, Rn. 37 mwN[]
  2. BAG 25.08.2020 – 9 AZR 373/​19, Rn. 14; 15.07.2020 – 10 AZR 507/​18, Rn. 40[]
  3. vgl. BAG 18.09.2019 – 5 AZR 335/​18, Rn. 15; 9.12.2015 – 10 AZR 423/​14, Rn. 13, BAGE 153, 378[]

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