Die Beauf­tra­gung eines wei­te­ren Rechts­an­walts – und die Auf­he­bung der Beiordnung

Nach § 48 Abs. 2 BRAO kann der gemäß § 121 ZPO bei­geord­ne­te Rechts­an­walt bean­tra­gen, die Bei­ord­nung auf­zu­he­ben, wenn hier­für ein wich­ti­ger Grund vorliegt.

Die Beauf­tra­gung eines wei­te­ren Rechts­an­walts – und die Auf­he­bung der Beiordnung

Dafür genügt nicht, dass die Klä­ge­rin einen wei­te­ren Rechts­an­walt unter Aus­schluss sei­ner per­sön­li­chen Haf­tung „pro bono“, also unent­gelt­lich, beauf­tragt hat, gege­ben­falls ergän­zend vorzutragen.

Dies gilt jeden­fall , wenn der bei­geord­ne­te Rechts­an­walt nicht gel­tend mach, dass dadurch das Ver­trau­ens­ver­hält­nis zwi­schen ihm und der Man­dan­tin nach­hal­tig und tief­grei­fend gestört wor­den sei1, son­dern ledig­lich dar­um bit­tet, den ande­ren Anwalt an sei­ner Stel­le bei­zu­ord­nen, „damit die­ser nicht noch ein­mal ‚pro bono‘ arbei­ten muss“. Die wei­te­re Ver­tre­tung der Klä­ge­rin kann ihm daher zuge­mu­tet werden.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. April 2021 – III ZR 72/​20

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 31.10.1991 – XII ZR 212/​90, NJW-RR 1992, 189[]