Die unwirk­sa­me Befris­tungs­ab­re­de – und ihre Hei­lung

Eine form­nich­ti­ge Befris­tungs­ab­re­de lässt sich nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zwar nicht dadurch nach­träg­lich hei­len, dass die Par­tei­en das nicht schrift­lich Ver­ein­bar­te nach der Arbeits­auf­nah­me durch den Arbeit­neh­mer schrift­lich nie­der­le­gen. In die­sem Fall ist die zunächst der Schrift­form nicht ent­spre­chen­de Befris­tungs­ab­re­de nach § 14 Abs. 4 TzB­fG, § 125 Satz 1 BGB nich­tig mit der Fol­ge, dass bei Ver­trags­be­ginn nach § 16 Satz 1 TzB­fG ein unbe­fris­te­tes Arbeits­ver­hält­nis ent­steht.

Die unwirk­sa­me Befris­tungs­ab­re­de – und ihre Hei­lung

Die spä­te­re schrift­li­che Nie­der­le­gung der zunächst form­nich­tig ver­ein­bar­ten Befris­tung führt nicht dazu, dass die Befris­tung rück­wir­kend wirk­sam wird.

Dadurch kann allen­falls das bei Ver­trags­be­ginn nach § 16 Satz 1 TzB­fG unbe­fris­tet ent­stan­de­ne Arbeits­ver­hält­nis nach­träg­lich befris­tet wer­den.

Hier­zu sind aller­dings auf die Her­bei­füh­rung die­ser Rechts­fol­ge gerich­te­te Wil­lens­er­klä­run­gen der Par­tei­en erfor­der­lich. Dar­an fehlt es in der Regel, wenn die Par­tei­en nach Ver­trags­be­ginn ledig­lich eine bereits zuvor form­un­wirk­sam ver­ein­bar­te Befris­tung in einem schrift­li­chen Arbeits­ver­trag nie­der­le­gen.

Dadurch wol­len sie im All­ge­mei­nen nur das zuvor Ver­ein­bar­te schrift­lich fest­hal­ten und kei­ne eigen­stän­di­ge rechts­ge­stal­ten­de Rege­lung tref­fen 1.

Anders ver­hält es sich aller­dings, wenn die Par­tei­en vor Ver­trags­be­ginn und vor Unter­zeich­nung des schrift­li­chen Arbeits­ver­trags kei­ne Befris­tung ver­ein­bart haben, oder wenn sie form­un­wirk­sam eine Befris­tungs­ab­re­de getrof­fen haben, die inhalt­lich mit der in dem spä­ter unter­zeich­ne­ten schrift­li­chen Arbeits­ver­trag ent­hal­te­nen Befris­tung nicht über­ein­stimmt. In die­sem Fall wird in dem schrift­li­chen Arbeits­ver­trag nicht ledig­lich eine zuvor form­un­wirk­sam ver­ein­bar­te Befris­tung schrift­lich nie­der­ge­legt, son­dern eine davon abwei­chen­de und damit eigen­stän­di­ge Befris­tungs­ab­re­de getrof­fen, durch die das zunächst bei Ver­trags­be­ginn unbe­fris­tet ent­stan­de­ne Arbeits­ver­hält­nis nach­träg­lich befris­tet wird. Ent­spricht die Ver­trags­ur­kun­de den Vor­aus­set­zun­gen des § 126 BGB, ist die Befris­tung dann nicht wegen eines Ver­sto­ßes gegen das Schrift­form­erfor­der­nis des § 14 Abs. 4 TzB­fG unwirk­sam 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 15. Febru­ar 2017 – 7 AZR 223/​15

  1. BAG 14.12 2016 – 7 AZR 797/​14, Rn. 28; 7.10.2015 – 7 AZR 40/​14, Rn.19; 16.04.2008 – 7 AZR 1048/​06, Rn. 12; 16.03.2005 – 7 AZR 289/​04, zu I 2 der Grün­de, BAGE 114, 146; 1.12 2004 – 7 AZR 198/​04, zu B I 4 a und b der Grün­de, BAGE 113, 75[]
  2. BAG 16.04.2008 – 7 AZR 1048/​06, Rn. 12; 1.12 2004 – 7 AZR 198/​04, zu B I 4 a und b der Grün­de, BAGE 113, 75[]