Die beab­sich­tig­te befris­te­te Ein­stel­lung – und die Erle­di­gung des Zustim­mungs­erset­zungs­an­trags

Gegen­stand des Zustim­mungs­erset­zungs­an­trags nach § 99 Abs. 4 BetrVG ist die betriebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Befug­nis des Arbeit­ge­bers gegen­über dem Betriebs­rat, die beab­sich­tig­te per­so­nel­le Maß­nah­me auf der Grund­la­ge eines bestimm­ten Zustim­mungs­er­su­chens gemäß § 99 Abs. 1 BetrVG auch ange­sichts der vor­ge­brach­ten Ver­wei­ge­rungs­grün­de gegen­wär­tig und zukünf­tig als end­gül­ti­ge durch­zu­füh­ren 1.

Die beab­sich­tig­te befris­te­te Ein­stel­lung – und die Erle­di­gung des Zustim­mungs­erset­zungs­an­trags

Nach dem Ende der befris­te­ten Beschäf­ti­gung stellt sich die Fra­ge nach der Befug­nis zur gegen­wär­ti­gen und künf­ti­gen Beschäf­ti­gung die­ser Arbeit­neh­mer nicht mehr. Da die Antrag­stel­le­rin­nen der gericht­li­chen Ent­schei­dung über den Zustim­mungs­erset­zungs­an­trag offen­sicht­lich nicht mehr bedür­fen, ist das erfor­der­li­che Rechts­schutz­be­dürf­nis für den Zustim­mungs­erset­zungs­an­trag ent­fal­len 2.

Der Streit­ge­gen­stand eines Fest­stel­lungs­an­trags des Arbeit­ge­bers nach § 100 Abs. 2 Satz 3 BetrVG ist sei­ne betriebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Befug­nis, eine per­so­nel­le Maß­nah­me solan­ge vor­läu­fig durch­zu­füh­ren, bis über die Berech­ti­gung zu ihrer dau­er­haf­ten Durch­füh­rung gericht­lich ent­schie­den ist 3. Nach dem Ende der befris­te­ten Beschäf­ti­gung besteht für die­sen Antrag kein Fest­stel­lungs­in­ter­es­se mehr 4.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 1. August 2018 – 7 ABR 63/​16

  1. BAG 23.01.2008 – 1 ABR 64/​06, Rn. 13 mwN, BAGE 125, 300[]
  2. vgl. BAG 13.03.2013 – 7 ABR 39/​11, Rn. 21; 26.04.1990 – 1 ABR 79/​89, zu B II der Grün­de, BAGE 65, 105[]
  3. BAG 10.03.2009 – 1 ABR 93/​07, Rn. 49, BAGE 130, 1[]
  4. vgl. BAG 26.04.1990 – 1 ABR 79/​89, zu B II der Grün­de, BAGE 65, 105[]