Die frist­lo­se Kün­di­gung wegen unzu­tref­fen­der Zah­lungs­be­stim­mun­gen

Hat ein Geschäfts­be­reichs­lei­ter bewusst Zah­lun­gen unter Ver­wen­dung von hier­für nicht vor­ge­se­he­nen Haus­halts­mit­teln und mit unzu­tref­fen­den Zah­lungs­be­stim­mun­gen ange­ord­net, lie­gen erheb­li­che Pflicht­ver­let­zun­gen vor, die auch ohne Fest­stel­lung einer per­sön­li­chen Berei­che­rung die frist­lo­se Kün­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses recht­fer­ti­gen.

Die frist­lo­se Kün­di­gung wegen unzu­tref­fen­der Zah­lungs­be­stim­mun­gen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Arbeits­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kün­di­gungs­schutz­kla­ge des Lei­ters des Geschäfts­be­rei­ches "Haus­halt und Finan­zen" der Kas­sen­ärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV) abge­wie­sen. Der Klä­ger hat meh­re­re Zah­lun­gen mit unzu­tref­fen­den Zah­lungs­be­stim­mun­gen in einer Grö­ßen­ord­nung von ca. 750.000 Euro an ein Unter­neh­men ange­ord­net, des­sen Mit­ge­schäfts­füh­rer der Klä­ger war und von dem die KBV Immo­bi­li­en gemie­tet hat­te. Die Zah­lun­gen erfolg­ten unter Ver­wen­dung von hier­für nicht vor­ge­se­he­nen Haus­halts­mit­teln der KBV und hat­ten den Zweck, zwi­schen der KBV und die­sem Unter­neh­men auf­ge­tre­te­ne bilan­zi­el­le Dis­kre­pan­zen zu besei­tig­ten. Gegen sei­ne frist­lo­se Kün­di­gung hat der Geschäfts­be­reichs­lei­ter Kün­di­gungs­schutz­kla­ge erho­ben und argu­men­tiert, von den Zah­lun­gen habe der Vor­stands­vor­sit­zen­de der KBV Kennt­nis gehabt.

Nach Auf­fas­sung des Arbeits­ge­richts Ber­lin kön­ne zwar die vom Klä­ger behaup­te­te Kennt­nis des Vor­stands­vor­sit­zen­den der KBV von die­sen Zah­lun­gen nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, hier­auf kön­ne sich der Klä­ger jedoch nicht beru­fen. Nach den Fest­stel­lun­gen des Arbeits­ge­richts hat der Klä­ger im Rah­men der ihm mög­li­chen Ver­fü­gung über das Ver­mö­gen der KBV bewusst meh­re­re Zah­lun­gen mit unzu­tref­fen­den Zah­lungs­be­stim­mun­gen an ein Unter­neh­men ange­ord­net, des­sen Mit­ge­schäfts­füh­rer der Klä­ger war und von dem die KBV Immo­bi­li­en gemie­tet hat­te. Die Zah­lun­gen hat­ten den Zweck, zwi­schen der KBV und die­sem Unter­neh­men auf­ge­tre­te­ne bilan­zi­el­le Dis­kre­pan­zen zu besei­tig­ten.

Außer­dem hat der Klä­ger nach den Fest­stel­lun­gen des Arbeits­ge­richts in zwei Fäl­len ohne Vor­lie­gen der recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen und ohne Geneh­mi­gung des ent­schei­dungs­be­fug­ten Vor­stan­des der KBV die Aus­zah­lung von ins­ge­samt 42.301,37 EUR aus dem Ver­mö­gen der KBV an Drit­te ver­an­lasst.

Obwohl das Arbeits­ge­richt Ber­lin eine per­sön­li­che Berei­che­rung des Klä­gers nicht fest­ge­stellt hat, sei auf­grund die­ser erheb­li­chen Pflicht­ver­let­zun­gen die vor­lie­gen­de frist­lo­se Kün­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses gerecht­fer­tigt.

Arbeits­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 20. Janu­ar 2014 – 33 Ca 7880/​13