Die Gewerk­schaft Deut­scher Lok­füh­rer (GDL) – und das Tarifeinheitsgesetz

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat den Antrag der Gewerk­schaft Deut­scher Lok­füh­rer (GDL) gegen den Arbeit­ge­ber- und Wirt­schafts­ver­band der Mobi­li­täts- und Ver­kehrs­dienst­leis­ter (AGV MOVE) auf Erlass einer einst­wei­li­gen Ver­fü­gung zurückgewiesen.

Die Gewerk­schaft Deut­scher Lok­füh­rer (GDL) – und das Tarifeinheitsgesetz

Der AGV MOVE hat sowohl mit der GDL als auch mit der Eisen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EGV) Tarif­ver­trä­ge abge­schlos­sen. Unter­neh­men der Bahn gehen davon aus, dass die EGV in ihren Betrie­ben mehr Mit­glie­der hat als die GDL und wol­len des­halb nach § 4a Tarif­ver­trags­ge­setz (TVG) nur noch die Tarif­ver­trä­ge der EGV anwen­den. Die GDL hält § 4a TVG für nicht ver­fas­sungs­ge­mäß. Sie woll­te mit dem vor­lie­gen­den Ver­fah­ren errei­chen, dass der AGV MOVE auf sei­ne Mit­glieds­un­ter­neh­men ein­wirkt und auf eine Anwen­dung der Tarif­ver­trä­ge der GDL dringt.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat den Antrag – wie zuvor schon das Arbeits­ge­richt Ber­lin – zurückgewiesen:

Es feh­le bereits an der erfor­der­li­chen Eil­be­dürf­tig­keit der Ange­le­gen­heit, weil das Arbeits­ge­richt Ber­lin bereits in einem Monat über das Begeh­ren der GDL im Haupt­sa­che­ver­fah­ren verhandele.

Im Übri­gen kön­ne von dem AGV MOVE und sei­nen Mit­glieds­un­ter­neh­men nicht ver­langt wer­den, dass sie § 4a TVG allein wegen der Zwei­fel an sei­ner Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit nicht anwen­den. Ob die­se Vor­schrift unver­hält­nis­mä­ßig in die Grund­rech­te der GDL ein­grei­fe, kön­ne nicht im einst­wei­li­gen Rechts­schutz ent­schie­den werden.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin ‑Bran­den­burg, Beschluss vom 19. August 2021 – 14 SaGa 955/​21

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