Die Kla­ge gegen einen ehe­ma­li­gen Bot­schafts-Atta­ché

Bei einer Kla­ge gegen einen Diplo­ma­ten, die als unzu­läs­sig abge­wie­sen wor­den ist, wird der Man­gel der Zustän­dig­keit in einem anhän­gi­gen Ver­fah­ren nach­träg­lich geheilt, wenn der Diplo­mat sei­ne dienst­li­che Tätig­keit been­det hat und ins Aus­land abge­reist ist.

Die Kla­ge gegen einen ehe­ma­li­gen Bot­schafts-Atta­ché

So die Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Zah­lungs­kla­ge gegen den akkre­di­tier­ter Atta­ché der Bot­schaft des König­reichs S in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Die indo­ne­si­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge R. arbei­te­te von April 2009 bis Okto­ber 2010 als Haus­an­ge­stell­te im Pri­vat­haus­halt des Beklag­ten in Deutsch­land. Im Febru­ar 2011 trat sie ihre Ansprü­che aus dem Arbeits­ver­hält­nis an die Klä­ge­rin ab, die mit ihrer Zah­lungs­kla­ge Ver­gü­tung und Schmer­zens­geld bean­sprucht. Sie behaup­tet, der Beklag­te habe Frau R. aus­ge­beu­tet, miss­han­delt, bedroht und gefan­gen gehal­ten. Ver­gü­tung habe der Beklag­te nicht gezahlt.

Gemäß § 18 GVG sind Mit­glie­der der diplo­ma­ti­schen Mis­sio­nen nach Maß­ga­be des Wie­ner Über­ein­kom­mens über diplo­ma­ti­sche Bezie­hun­gen vom 18. April 1961 von der deut­schen Gerichts­bar­keit befreit.

Die ein­ge­reich­te Kla­ge hat­te in den Vor­in­stan­zen kei­nen Erfolg und ist als unzu­läs­sig abge­wie­sen wor­den 1. Die Klä­ge­rin ver­folgt ihr Ziel wei­ter vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt.

Im Rah­men des Ver­fah­rens hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt eine Aus­kunft beim Aus­wär­ti­gen Amt ein­ge­holt, so dass nun­mehr unstrei­tig ist, dass der Beklag­te inzwi­schen die Bun­des­re­pu­blik ver­las­sen hat und sei­ne diplo­ma­ti­schen Vor­rech­te erlo­schen sind. Unge­ach­tet der zwi­schen den Par­tei­en strei­ti­gen Fra­ge, ob die Immu­ni­tät des Beklag­ten im Hin­blick auf die Schwe­re der erho­be­nen Vor­wür­fe von Anfang an beschränkt war, ist ein Man­gel der Zustän­dig­keit nach­träg­lich geheilt wor­den. Dies führt zur Auf­he­bung der Urtei­le der Vor­in­stan­zen und zur Zurück­ver­wei­sung des Rechts­streits an das Arbeits­ge­richt.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 22. August 2012 – 5 AZR 949/​11

  1. LArbG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 09.11.2011 – 17 Sa 1468/​11[]