Die Kün­di­gung eines Leih­ar­bei­ters in der Pro­be­zeit

Eine Kün­di­gung in der Pro­be­zeit ist nur dann unwirk­sam, wenn der Arbeit­ge­ber gegen das Maß­re­ge­lungs­ver­bot (§ 612a BGB) ver­sto­ßen hat. Den Arbeit­neh­mer trifft die Beweis­last für eine ihn benach­tei­li­gen­de Maß­nah­me durch den Arbeit­ge­ber.

Die Kün­di­gung eines Leih­ar­bei­ters in der Pro­be­zeit

Mit die­ser Begrün­dung hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Pro­be­zeit­kün­di­gung eines Leih­ar­beit­neh­mers als wirk­sam ange­se­hen.

Der Leih­ar­beit­neh­mer hat ein Ver­stoß gegen das Maß­re­gel­ver­bot behaup­tet, nach­dem der Ent­lei­her bereits nach kur­zer Zeit der Tätig­keit im Betrieb kei­ne Basis mehr für eine wei­te­re Zusam­men­ar­beit mit dem Klä­ger gese­hen und dies dem Ver­lei­her mit­ge­teilt hat­te. Der Leih­ar­beit­neh­mer hat­te vor­ge­tra­gen, dass zumin­dest von einem Kol­le­gen aus dem Ent­lei­her­be­trieb ras­sis­ti­sche Äuße­run­gen gefal­len sei­en, wes­halb er sich an den Vor­ge­setz­ten aus dem Ent­lei­her­be­trieb und den Betriebs­rat beim Ent­lei­her­be­trieb gewandt habe. Dies sei der Grund für die Kün­di­gung durch den Ver­lei­her gewe­sen.

Da es wäh­rend der Pro­be­zeit kei­ner sozia­len Recht­fer­ti­gung der Kün­di­gung bedarf, wäre die Kün­di­gung im vor­lie­gen­den Fall nur dann unwirk­sam gewe­sen, wenn der Arbeit­ge­ber gegen das Maß­re­ge­lungs­ver­bot (§ 612a BGB) ver­sto­ßen hät­te. Danach darf der Arbeit­ge­ber einen Arbeit­neh­mer bei einer Maß­nah­me nicht des­halb benach­tei­li­gen, weil die­ser in zuläs­si­ger Wei­se sei­ne Rech­te aus­übt. Die zuläs­si­ge Rechts­aus­übung muss aller­dings der tra­gen­de Grund, d.h. das wesent­li­che Motiv für die benach­tei­li­gen­de Maß­nah­me – hier die Pro­be­zeit­kün­di­gung – gewe­sen sein, wofür den kla­gen­den Arbeit­neh­mer die Dar­le­gungs- und Beweis­last trifft.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen aus­ge­führt, dass die Behaup­tun­gen des Klä­gers bei der Beweis­auf­nah­me nicht bestä­tigt wor­den sind. Ins­be­son­de­re konn­ten nach den Anga­ben der Zeu­gen auch kei­ne ras­sis­ti­schen Äuße­run­gen fest­ge­stellt wer­den. Daher hat nach Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Mün­chen kein Ver­stoß gegen das Maß­re­gel­ver­bot vor­ge­le­gen.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 15. Sep­tem­ber 2020 – 7 Sa 186/​19

Die Kündigung eines Leiharbeiters in der Probezeit