Die Lohn­steu­er­zah­lung als Arbeits­ent­gelt­zah­lung

Der Arbeit­ge­ber hat nach § 38 Abs. 3 Satz 1 EStG bei Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit die Ein­kom­men­steu­er durch Abzug vom Arbeits­lohn für Rech­nung des Arbeit­neh­mers, der allei­ni­ger Steu­er­schuld­ner ist (§ 38 Abs. 2 Satz 1 EStG), ein­zu­be­hal­ten 1. Steu­er­pflich­tig sind nach § 24 Nr. 1 Buchst. b EStG, § 2 Abs. 2 Nr. 4 LSt­DV auch Abfin­dun­gen für die Auf­ga­be einer Tätig­keit wie den Ver­lust des Arbeits­plat­zes 2.

Die Lohn­steu­er­zah­lung als Arbeits­ent­gelt­zah­lung

Mit dem Abzug und der Abfüh­rung von Lohn­be­stand­tei­len erfüllt der Arbeit­ge­ber gegen­über dem Arbeit­neh­mer sei­ne Ver­gü­tungs­pflicht. Die Abfüh­rung begrün­det einen beson­de­ren Erfül­lungs­ein­wand. Inso­weit bedarf es kei­ner Auf­rech­nung.

Der Ein­be­halt des Arbeit­ge­bers für Rech­nung des Arbeit­neh­mers dient der Vor­be­rei­tung der Abfüh­rung. Erfüllt wird der Anspruch erst durch die Abfüh­rung nach § 41a EStG, wobei der Arbeit­ge­ber in einer Art treu­hän­de­ri­schen Stel­lung für den Steu­er­fis­kus tätig wird 3. Der Arbeit­ge­ber hat die ein­zu­be­hal­ten­de Lohn­steu­er beim Finanz­amt anzu­mel­den und abzu­füh­ren (§ 41a Abs. 1 Satz 1 EStG). Die Anmel­dung der Lohn­steu­er steht einer Steu­er­fest­set­zung unter Vor­be­halt der Nach­prü­fung gleich (§ 168 Satz 1 AO). Sie betrifft den jewei­li­gen Arbeit­neh­mer als Schuld­ner der Lohn­steu­er unmit­tel­bar, weil er deren Abzug vom Lohn zu dul­den hat 4.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 17. Okto­ber 2018 – 5 AZR 538/​17

  1. BAG 21.12 2016 – 5 AZR 266/​16, Rn. 16 mwN, BAGE 157, 336[]
  2. BFH 12.12 2011 – IX B 3/​11, Rn. 9[]
  3. BAG 21.12 2016 – 5 AZR 266/​16, Rn. 17, BAGE 157, 336; BAG GS 7.03.2001 – GS 1/​00, zu III 3 b der Grün­de, BAGE 97, 150[]
  4. BAG 21.12 2016 – 5 AZR 266/​16, Rn. 17 mwN, aaO[]