Die Pflicht­ver­let­zung des Geschäfts­füh­rers

Hat ein Kreis­ge­schäfts­füh­rer sei­ne Pflicht zur ver­trau­ens­vol­len Zusam­men­ar­beit gegen­über dem Kreis­ver­band und des­sen Vor­sit­zen­dem in schwer­wie­gen­dem Maße ver­letzt, recht­fer­tigt das die sofor­ti­ge Auf­lö­sung des Arbeits­ver­hält­nis­ses.

Die Pflicht­ver­let­zung des Geschäfts­füh­rers

Mit die­ser Begrün­dung hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kün­di­gungs­schutz­kla­ge des Kreis­ge­schäfts­füh­rers des CDU-Kreis­ver­ban­des Ste­glitz-Zehlen­dorf abge­wie­sen. Der Kreis­ge­schäfts­füh­rer hat­te bei der Wahl zur Auf­stel­lung eines Direkt­kan­di­da­ten für die kom­men­de Bun­des­tags­wahl nicht den ihm vor­ge­setz­ten Kreis­vor­stands­vor­sit­zen­den, son­dern den bis­he­ri­gen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten unter­stützt und eine E‑Mail an wei­te­re Unter­stüt­zer des gegen­wär­ti­gen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten gesandt, in der er dar­um bat, den dienst­li­chen E‑Mail-Account nicht mehr für Mit­tei­lun­gen zu nut­zen, die ver­trau­lich und nicht für "Augen und Ohren" des Kreis­vor­stands­vor­sit­zen­den bestimmt waren. Nach­dem die Kün­di­gungs­schutz­kla­ge vor dem Arbeits­ge­richt erfolg­los geblie­ben ist, hat der Kreis­ge­schäfts­füh­rer sein Ziel vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt wei­ter ver­folgt.

Nach Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg habe der Geschäfts­füh­rer durch sei­ne Hand­lungs­wei­se sei­ne Pflicht zur ver­trau­ens­vol­len Zusam­men­ar­beit gegen­über dem Kreis­ver­band und des­sen Vor­sit­zen­dem in schwer­wie­gen­dem Maße ver­letzt. Dies recht­fer­ti­ge die sofor­ti­ge Auf­lö­sung des Arbeits­ver­hält­nis­ses.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 1. Okto­ber 2013 – 7 Sa 916/​13