Die Rolex für gute Vertriebszahlen

Schreibt ein Unternehmen einen Wettstreit aus, bei dem ein bestimmter Sachpreis jedem Mitarbeiter versprochen wird, der für diesen Contest festgelegte Vertriebszahlen erreicht, dann muss der Sachpreis auch an die Mitarbeiter übereignet werden, die die Bedingungen erfüllt haben.

Die Rolex für gute Vertriebszahlen

So die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Hamm in dem hier vorliegenden Fall eines Gebietsverkaufsleiters, der bei einem Dienstleister im Bereich des Getränkevertriebs beschäftigt war. Im Jahre 2007 wurde bei dem Dienstleister ein sogenannter Rolex-Contest durchgeführt. Für das Erreichen bestimmter Vertriebszahlen – ermittelt durch selbst geschriebene Distributionspunkte – wurde dem Gewinner eine Rolex zugesagt. Nach der Ermittlung des ersten Gewinners wurde der Contest verlängert und bei Erreichen von bestimmten Zielen ein erneuter Gewinn einer Rolex Uhr in Aussicht gestellt. Der Kläger vertritt die Auffassung, er hätte mit seiner „Tankstellentruppe“ die Vertriebsziele erreicht, so dass er Anspruch auf die Übereignung einer Rolex Uhr (Submariner 2007) im Werte von 4.800 € habe.

Das Arbeitsgericht Paderborn1 hat die Klage abgewiesen. Der Kläger hat daraufhin Berufung eingelegt.

Nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts Hamm hatte der Kläger unstreitig die für die Prämie erforderlichen 3100 Distributionspunkte notiert. Dass der Kläger die Punkte zu Unrecht aufgeschrieben hat, hätte die Beklagte darlegen müssen, was ihr jedoch nicht gelungen ist. Daher hat die Beklagte eine entsprechende Rolex Typ Submariner 2007 herauszugeben und zu übereignen.

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Im Fall eines anderen Mitarbeiters hat das Landesarbeitsgericht2 bereits ähnlich entschieden.

Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 30. Mai 2012 – 5 Sa 638/11

  1. AG Paderborn, Urteil vom 10.03.2011 -1 Ca 2265/10[]
  2. LArbG Hamm, Urteil vom 16.01.2012 – 7 Sa 976/11[]