Die spä­ter bereu­te Eigen­kün­di­gung

Spricht ein Arbeit­neh­mer eine schrift­li­che außer­or­dent­li­che Kün­di­gung aus, so kann er sich, wie das Bun­des­ar­beits­ge­richt heu­te ent­schie­den hat, spä­ter regel­mä­ßig nicht auf die Unwirk­sam­keit der Kün­di­gung beru­fen.

Die spä­ter bereu­te Eigen­kün­di­gung

In dem heu­te vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Fall hat­te der Klä­ger im August 2003 frist­los gekün­digt, weil der Arbeit­ge­ber mit Gehalts­zah­lun­gen im Ver­zug war. Eini­ge Mona­te spä­ter ver­lang­te der Klä­ger von der jet­zi­gen Beklag­ten Zah­lung der aus­ste­hen­den Gehäl­ter mit der Begrün­dung, die Beklag­te sei Rechts­nach­fol­ge­rin sei­nes Arbeit­ge­bers, weil sie des­sen Betrieb im Sep­tem­ber 2003 über­nom­men habe (Betriebs­über­gang, § 613a BGB). Sei­ne zuvor aus­ge­spro­che­ne frist­lo­se Kün­di­gung sei unwirk­sam gewe­sen, weil kein wich­ti­ger Grund vor­ge­le­gen habe. Die Beklag­te hat den Betriebs­über­gang bestrit­ten und ein­ge­wandt, das Arbeits­ver­hält­nis habe schon vor dem behaup­te­ten Betriebs­über­gang durch die frist­lo­se Kün­di­gung sein Ende gefun­den.

Die Kla­ge blieb – wie schon in den Vor­in­stan­zen – auch vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt erfolg­los. Zwar bedarf auch die frist­lo­se Kün­di­gung des Arbeit­neh­mers nach § 626 Abs. 1 BGB eines wich­ti­gen Grun­des. Ein sol­cher wich­ti­ger Grund kann z.B. dann vor­lie­gen, wenn der Arbeit­ge­ber mit Gehalts­zah­lun­gen in Rück­stand ist und der Arbeit­neh­mer den Arbeit­ge­ber des­halb abge­mahnt hat. Fehlt es an einem wich­ti­gen Grund, ist die den­noch aus­ge­spro­che­ne Kün­di­gung unwirk­sam. Der Arbeit­ge­ber kann die Unwirk­sam­keit der Kün­di­gung auch gericht­lich gel­tend machen. Nimmt er die Kün­di­gung jedoch hin, so kann sich der Arbeit­neh­mer, der zuvor selbst schrift­lich gekün­digt hat, regel­mä­ßig nicht auf die Unwirk­sam­keit der Kün­di­gung beru­fen. Andern­falls ver­stößt er gegen das Ver­bot wider­sprüch­li­chen Ver­hal­tens.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 12. März 2009 – 2 AZR 894/​07