Tarif­li­che Wochen­ar­beits­zeit – und das mitt­le­re Son­nen­jahr

§ 4 Abs. 4 Satz 1 MTV 1 deu­tet dar­auf hin, dass der regel­mä­ßi­gen Arbeits­zeit der Voll­be­schäf­tig­ten von wöchent­lich 37, 5 Stun­den eine monat­li­che Arbeits­zeit von 163 Stun­den ent­spricht. Ande­ren­falls wäre nicht nach­zu­voll­zie­hen, war­um die Grund­ver­gü­tung Voll­be­schäf­tig­ter für Mehr­ar­beits­stun­den 1/​163 des Monats­ent­gelts beträgt.

Tarif­li­che Wochen­ar­beits­zeit – und das mitt­le­re Son­nen­jahr

Für eine der­ar­ti­ge (rech­ne­ri­sche) Monats­ar­beits­zeit der Voll­be­schäf­tig­ten spricht zudem die Ent­geltre­ge­lung für kauf­män­ni­sche Aus­hil­fen, die je Stun­de 1/​163 des tarif­li­chen Monats­ge­halts erhal­ten, § 2 Abs. 5 GTV.

Dass einer Arbeits­zeit von 37,5 Stun­den wöchent­lich rech­ne­risch fast exakt 163 Monats­stun­den ent­spre­chen, lässt sich zudem natur­wis­sen­schaft­lich fun­die­ren. Divi­diert man 37,5 Wochen­stun­den durch die sie­ben Tage einer Woche und mul­ti­pli­ziert das Ergeb­nis mit den 365,2422 Tagen des mitt­le­ren tro­pi­schen Jah­res (auch Son­nen- oder Äqui­nok­ti­al-Jahr genannt), also der Zeit zwi­schen zwei auf­ein­an­der­fol­gen­den Durch­gän­gen der Son­ne durch den Früh­lings­punkt 2, ergibt sich eine Jah­res­ar­beits­zeit von 1.956,65 Stun­den, die – geteilt durch 12 – monat­lich 163,05 Stun­den ent­spricht.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 25. Juni 2014 – 5 AZR 556/​13

  1. Man­tel­ta­rif­ver­trag für den Ein­zel­han­del NRW[]
  2. vgl. Brock­haus Enzy­klo­pä­die 19. Aufl. Bd. 11 Stich­wort Jahr[]