Die VBL-Ren­te im Ver­sor­gungs­aus­gleich – und der Tod des aus­gleichs­be­rech­tig­ten Ex-Ehe­gat­ten

Nach § 37 Abs. 1 VersAus­glG wird, wenn die aus­gleichs­be­rech­tig­te Per­son ver­stor­ben ist, ein Anrecht der aus­gleichs­pflich­ti­gen Per­son auf Antrag nicht län­ger auf­grund des Ver­sor­gungs­aus­gleichs gekürzt. Die Anpas­sung fin­det nur statt, wenn die aus­gleichs­be­rech­tig­te Per­son die Ver­sor­gung aus dem im Ver­sor­gungs­aus­gleich erwor­be­nen Anrecht nicht län­ger als 36 Mona­te bezo­gen hat (§ 37 Abs. 2 VersAus­glG). Gemäß § 32 VersAus­glG gel­ten die §§ 33 bis 38 VersAus­glG nur für die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung sowie die wei­te­ren dort genann­ten Regel­si­che­rungs­sys­te­me. Im Bereich der ergän­zen­den Alters­vor­sor­ge – wie hier der­je­ni­gen der VBL – fin­det § 32 i.V.m. § 37 VersAus­glG dem­ge­gen­über kei­ne Anwen­dung. Die­ser Aus­schluss der Zusatz­ver­sor­gung der VBL ver­stößt nicht gegen Art. 3 Abs. 1 und Art. 14 GG.

Die VBL-Ren­te im Ver­sor­gungs­aus­gleich – und der Tod des aus­gleichs­be­rech­tig­ten Ex-Ehe­gat­ten

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat zwi­schen­zeit­lich mit Beschluss vom 06.05.2014 ent­schie­den, dass § 32 VersAus­glG, sofern danach bei Anrech­ten aus einer Zusatz­ver­sor­gung des öffent­li­chen Diens­tes eine Anpas­sung nach § 33 und nach § 37 VersAus­glG unter­bleibt, mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar ist 1. Ins­be­son­de­re ver­sto­ße § 32 VersAus­glG weder gegen Art. 14 GG noch gegen Art. 3 Abs. 1 GG.

Die Rück­über­tra­gung aus Här­te­fall­ge­sichts­punk­ten ist auch nicht gemäß § 242 BGB nach Treu und Glau­ben erfor­der­lich. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs recht­fer­tigt allein die Höhe der Ein­bu­ßen eine kor­ri­gie­ren­de Ein­zel­fall­ent­schei­dung gemäß § 242 BGB nicht 2. Der Rent­ner erhält Leis­tun­gen aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung und der Zusatz­ver­sor­gung der VBL in Höhe von ins­ge­samt 1.233, 99 € monat­lich brut­to. Bei die­ser Sach­la­ge ist ohne Hin­zu­tre­ten wei­te­rer Umstän­de nicht ersicht­lich, dass die Kür­zung um 150, 43 € den Klä­ger ent­ge­gen den Gebo­ten von Treu und Glau­ben nach § 242 BGB unzu­mut­bar beein­träch­ti­gen wür­de.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Juli 2014 – IV ZR 261/​14

  1. BVerfG, Beschluss vom 06.05.2014 – 1 BvL 9/​12 und 1 BvR 1145/​13[]
  2. BGH, Urteil vom 02.12 2009 – IV ZR 279/​07; Beschlüs­se vom 25.11.2010 – IV ZR 106/​10; vom 10.03.2010 – IV ZR 333/​07, NVwZ-RR 2010, 572 Rn. 16[]

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