Die zuläs­si­ge Kla­ge­än­de­rung vor dem Bundesarbeitsgericht

Nach § 559 Abs. 1 ZPO ist eine Kla­ge­än­de­rung in der Revi­si­ons­in­stanz grund­sätz­lich ausgeschlossen.

Die zuläs­si­ge Kla­ge­än­de­rung vor dem Bundesarbeitsgericht

Der Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung in zwei­ter Instanz bil­det nicht nur bezüg­lich des tat­säch­li­chen Vor­brin­gens, son­dern auch hin­sicht­lich der Anträ­ge der Par­tei­en die Ent­schei­dungs­grund­la­ge für das Revisionsgericht.

Hier­von hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt Aus­nah­men zugelassen

  • in den Fäl­len des § 264 Nr. 2 ZPO sowie dann,
  • wenn sich der geän­der­te Sach­an­trag auf einen in der Beru­fungs­in­stanz fest­ge­stell­ten oder von den Par­tei­en über­ein­stim­mend vor­ge­tra­ge­nen Sach­ver­halt stüt­zen kann,
  • sich das recht­li­che Prüf­pro­gramm nicht wesent­lich ändert und
  • die Ver­fah­rens­rech­te der ande­ren Par­tei durch eine Sach­ent­schei­dung nicht ver­kürzt wer­den1.

Eine Kla­ge­er­wei­te­rung, mit der ein neu­er Streit­ge­gen­stand ein­ge­führt wird, ist in der Revi­si­ons­in­stanz dage­gen grund­sätz­lich nicht mög­lich2.

Zudem kommt nur eine Antrag­stel­lung inner­halb des ein­ge­leg­ten Rechts­mit­tels in Betracht3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 25. Juni 2020 – 8 AZR 145/​19

  1. vgl. etwa BAG 19.11.2019 – 3 AZR 294/​18, Rn.19; 23.10.2019 – 7 AZR 7/​18, Rn. 49 mwN; 19.03.2019 – 9 AZR 362/​18, Rn. 12; 23.03.2016 – 5 AZR 758/​13, Rn. 36 mwN, BAGE 154, 337[]
  2. vgl. etwa BAG 19.11.2019 – 3 AZR 294/​18 – aaO; 20.09.2016 – 3 AZR 273/​15, Rn. 31 mwN[]
  3. vgl. BAG 23.03.2016 – 5 AZR 758/​13, Rn. 31, aaO[]

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