Die zuläs­si­ge Wiederholungskündigung

Eine Kün­di­gung kann nicht erfolg­reich auf Grün­de gestützt wer­den, die der Arbeit­ge­ber schon zur Begrün­dung einer vor­her­ge­hen­den Kün­di­gung vor­ge­bracht hat und die in dem frü­he­ren Kün­di­gungs­schutz­pro­zess mit dem Ergeb­nis mate­ri­ell geprüft wor­den sind, dass sie die Kün­di­gung nicht tragen.

Die zuläs­si­ge Wiederholungskündigung

Mit einer Wie­der­ho­lung die­ser Grün­de zur Stüt­zung einer spä­te­ren Kün­di­gung ist der Arbeit­ge­ber dann aus­ge­schlos­sen1.

Eine Prä­k­lu­si­ons­wir­kung in die­sem Sin­ne ent­fal­tet eine rechts­kräf­ti­ge Ent­schei­dung über die frü­he­re Kün­di­gung aller­dings nur bei einem iden­ti­schen Kün­di­gungs­sach­ver­halt. Hat sich die­ser wesent­lich geän­dert, darf der Arbeit­ge­ber ein wei­te­res Mal kün­di­gen2.

Das gilt auch bei einem sog. Dau­er­tat­be­stand3.

Die Prä­k­lu­si­ons­wir­kung tritt fer­ner dann nicht ein, wenn die frü­he­re Kün­di­gung bereits aus for­mel­len Grün­den, also etwa wegen der nicht ord­nungs­ge­mä­ßen Betei­li­gung der Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung für unwirk­sam erklärt wor­den ist4.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 27. April 2021 – 2 AZR 357/​20

  1. zuletzt BAG 18.12.2014 – 2 AZR 163/​14, Rn. 33, BAGE 150, 234; 20.03.2014 – 2 AZR 840/​12, Rn. 13[]
  2. BAG 18.12.2014 – 2 AZR 163/​14 – aaO; 20.03.2014 – 2 AZR 840/​12 – aaO[]
  3. BAG 20.03.2014 – 2 AZR 840/​12 – aaO; 20.12.2012 – 2 AZR 867/​11, Rn. 26[]
  4. BAG 25.03.2004 – 2 AZR 399/​03, zu C I der Grün­de[]

Bild­nach­weis: