Die zwei­te Amts­zeit des ehren­amt­li­chen Rich­ters

Liegt zwi­schen zwei Amts­zei­ten eines ehren­amt­li­chen Rich­ters eine zeit­li­che Lücke, muss er nach § 45 Abs. 2 DRiG vor sei­ner ers­ten Dienst­leis­tung in der sich anschlie­ßen­den Amts­zeit erneut ver­ei­digt wer­den.

Die zwei­te Amts­zeit des ehren­amt­li­chen Rich­ters

Andern­falls liegt bei der Mit­wir­kung die­ses ehren­amt­li­ches Rich­ters an einem Ver­fah­ren der abso­lu­te Revi­si­ons­grund des § 547 Nr. 1 ZPO vor.

Wirkt ein ehren­amt­li­cher Rich­ter an der münd­li­chen Ver­hand­lung oder einer Bera­tung des Gerichts mit, ohne dass er zuvor ver­ei­digt wor­den ist, so folgt dar­aus eine nicht vor­schrifts­mä­ßi­ge Beset­zung in die­sem Ter­min nach § 547 Nr. 1 ZPO [1]. Zwar wird der Sta­tus als ehren­amt­li­cher Rich­ter bereits mit der das Beru­fungs­ver­fah­ren abschlie­ßen­den Zustel­lung des Beru­fungs­schrei­bens erlangt. Ohne Ver­ei­di­gung fehlt es aber an einer für die Mit­wir­kung des ehren­amt­li­chen Rich­ters wesent­li­chen Vor­aus­set­zung, sodass in der münd­li­chen Ver­hand­lung kei­ne „vor­schrifts­mä­ßi­ge“ Beset­zung gege­ben ist [2].

Die Ver­ei­di­gung gilt für die Dau­er des Amtes, bei erneu­ter Bestel­lung auch für die sich unmit­tel­bar anschlie­ßen­de Amts­zeit (§ 45 Abs. 2 Satz 2 DRiG). Eine erneu­te Ver­ei­di­gung an dem­sel­ben Gericht ist erfor­der­lich, sobald zwi­schen zwei Amts­zei­ten eine zeit­li­che Lücke liegt, selbst wenn deren Dau­er nicht erheb­lich ist [3]. Das folgt aus dem kla­ren Wort­laut des § 45 Abs. 2 Satz 2 DRiG.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 27. Febru­ar 2020 – 2 AZN 1389/​19

  1. vgl. BAG 11.03.1965 – 5 AZR 129/​64, zu 2 der Grün­de, BAGE 17, 114; BVerwG 11.07.2014 – 2 B 70.13, Rn. 5; 5.11.2004 – 10 B 6.04; BGH 22.05.2003 – 4 StR 21/​03, zu 2 der Grün­de, BGHSt 48, 290[]
  2. BSG 6.09.2017 – B 13 R 177/​17 B, Rn. 6 f.[]
  3. Düwell/​Lipke/​Wolmerath 5. Aufl. § 20 Rn. 15; Nat­ter in Natter/​Gross ArbGG 2. Aufl. § 20 Rn. 12; Gänt­gen RdA 2015, 201, 202[]