Ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­ter des Staats­si­cher­heits­diens­tes als Wach­mann beim Bun­des­be­auf­trag­ten für Sta­si­un­ter­la­gen ?

Der Bun­des­be­auf­trag­te für die Unter­la­gen des Staats­si­cher­heits­diens­tes der ehe­ma­li­gen DDR kann im Rah­men des arbeit­ge­ber­sei­ti­gen Direk­ti­ons­rechts nach den §§ 4 TVöD, 106 GewO einen bei ihm beschäf­tig­ten Wach­mann zum Bun­des­ver­wal­tungs­amt abord­nen.

Ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­ter des Staats­si­cher­heits­diens­tes als Wach­mann beim Bun­des­be­auf­trag­ten für Sta­si­un­ter­la­gen ?

So hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall das Urteil des Arbeits­ge­richts Ber­lin bestä­tigt, das den Antrag eines Wach­manns auf Erlass einer gegen sei­ne Abord­nung zum Bun­des­ver­wal­tungs­amt gerich­te­ten einst­wei­li­gen Ver­fü­gung zurück­ge­wie­sen hat. Beim Bun­des­be­auf­trag­ten für Sta­si­un­ter­la­gen war der Antrag­stel­ler als ehe­ma­li­ger Mit­ar­bei­ter des Staats­si­cher­heits­diens­tes als Wach­mann beschäf­tigt.

Nach Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg kön­ne der Bun­des­be­auf­trag­te die Abord­nung auf das arbeit­ge­ber­sei­ti­ge Direk­ti­ons­recht nach den §§ 4 TVöD, 106 GewO stüt­zen. Schutz­wür­di­ge Inter­es­sen des Ver­fü­gungs­klä­gers stün­den ihr nicht ent­ge­gen. Auf die vom Ver­fü­gungs­klä­ger bestrit­te­ne Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des § 37 a Sta­si­un­ter­la­gen­ge­setz, wonach ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­ter des Staats­si­cher­heits­diens­tes, die beim Bun­des­be­auf­trag­ten beschäf­tigt sind, unter Berück­sich­ti­gung sozia­ler Belan­ge auf einen gleich­wer­ti­gen Arbeits­platz inner­halb der Bun­des­ver­wal­tung zu ver­set­zen sind, käme es daher nicht an.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 10. Sep­tem­ber 2014 – 15 SaGa 1468/​14