Ein Hund, der sich im Büro nicht beneh­men kann

Eine Ein­schrän­kung der Kom­mu­ni­ka­ti­on in einem Büro auf­grund der Befürch­tun­gen, die Mit­ar­bei­ter vor einem Hund haben, muss der Arbeit­ge­ber nicht hin­neh­men. Wenn sich Mit­ar­bei­ter von einem Hund bedroht füh­len und sich des­halb an ihrem Arbeits­platz nicht mehr wohl füh­len, kann der Arbeit­ge­ber auf­grund der den Arbeit­neh­mern gegen­über bestehen­den Für­sor­ge­pflicht die­sem Hund den Zutritt zum Büro ver­sa­gen, auch wenn er ande­ren Mit­ar­bei­tern erlaubt, ihren Hund zur Arbeit mit­zu­brin­gen.

Ein Hund, der sich im Büro nicht beneh­men kann

So hat das Arbeits­ge­richt Düs­sel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Fall eine Klä­ge­rin ent­schie­den, die sich dage­gen gewehrt hat, ihren dreibei­ni­gen Hund nicht mehr ins Büro mit­neh­men zu dür­fen. Sowohl Mit­ar­bei­ter als auch einer der Geschäfts­füh­rer haben sich von dem Hund bedroht gefühlt. Dar­auf­hin hat der Arbeit­ge­ber gegen­über die­ser Arbeit­neh­me­rin das Ver­bot aus­ge­spro­chen, ihren Hund mit in das Büro zu neh­men, wäh­rend ande­re Arbeit­neh­mer wei­ter­hin ihren Hund im Büro hal­ten dür­fen. Dage­gen hat die Hun­de­hal­te­rin geklagt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung ist das Arbeits­ge­richt Düs­sel­dorf nach der Ver­neh­mung von Zeu­gen davon aus­ge­gan­gen, dass sich sowohl Mit­ar­bei­ter als auch einer der Geschäfts­füh­rer von dem Hund bedroht fühl­ten. Ob dies letzt­lich im Cha­rak­ter des Hun­des begrün­det sei, kön­ne dahin­ste­hen. Auf jeden Fall sei­en Arbeits­ab­läu­fe gestört wor­den. Es sei auch den Beson­der­hei­ten einer Wer­be­agen­tur geschul­det, dass eine rege Kom­mu­ni­ka­ti­on und damit viel Bewe­gung in den Räu­men statt­fin­de. Eine Ein­schrän­kung die­ser Kom­mu­ni­ka­ti­on auf­grund der Befürch­tun­gen, die Mit­ar­bei­ter vor dem Hund haben, müs­se der Arbeit­ge­ber nicht hin­neh­men.

Die Kol­le­gen der Klä­ge­rin hät­ten sich an ihrem Arbeits­platz dar­über hin­aus nicht mehr wohl gefühlt. Auch die die­sen Arbeit­neh­mern gegen­über bestehen­de Für­sor­ge­pflicht stel­le einen Sach­grund dar, auf­grund des­sen der Arbeit­ge­ber dem Hund der Klä­ge­rin den Zutritt zum Büro ver­sa­gen kön­ne, auch wenn er ande­ren Mit­ar­bei­tern erlaubt, ihren Hund zur Arbeit mit­zu­brin­gen.

Für den von der Klä­ge­rin gestell­ten Hilfs­an­trag auf Durch­füh­rung eines wei­te­ren Trai­nings am Arbeits­platz mit einem Hun­de­trai­ner feh­le es an einer Anspruchs­grund­la­ge. Der Arbeit­ge­ber sei auch nicht ver­pflich­tet, der Klä­ge­rin die Mit­nah­me des Hun­des zu gestat­ten, wenn die­ser in einem Git­ter­lauf­stall gehal­ten, bzw. an einer Lei­ne geführt und mit einem Maul­korb ver­se­hen wer­den.

Arbeits­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 4. Sep­tem­ber 2013 – 8 Ca 7883/​12