Ein­mal zuviel ver­schla­fen

Eine Kün­di­gung ist durch Grün­de im Ver­hal­ten des Arbeit­neh­mers i. S. v. § 1 Abs. 2 Satz 1 KSchG "bedingt", wenn die­ser sei­ne ver­trag­li­chen Haupt- oder Neben­pflich­ten erheb­lich und in der Regel schuld­haft ver­letzt hat und eine dau­er­haft stö­rungs­freie Ver­trags­er­fül­lung in Zukunft nicht mehr zu erwar­ten steht 1.

Ein­mal zuviel ver­schla­fen

Ins­be­son­de­re kann ein wie­der­holt ver­spä­te­tes Erschei­nen im Betrieb trotz ein­schlä­gi­ger Abmah­nun­gen als Ver­let­zung der Arbeits­pflicht eine ordent­li­che ver­hal­tens­be­ding­te Kün­di­gung recht­fer­ti­gen 2.

Aller­dings ist auch bei der Prü­fung, ob ver­hal­tens­be­ding­te Grün­de die Kün­di­gung bedin­gen oder dem Arbeit­ge­ber trotz Pflicht­ver­let­zung des Arbeit­neh­mers eine Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses über den Ablauf der Kün­di­gungs­frist hin­aus zumut­bar ist, eine umfas­sen­de Inter­es­sen­ab­wä­gung unter Berück­sich­ti­gung der maß­geb­li­chen Umstän­de des Ein­zel­falls vor­zu­neh­men 3.

Arbeits­ge­richt Bam­berg, End­ur­teil vom 23. März 2016 – – 2 Ca 402/​15

  1. vgl. etwa BAG, Urteil vom 23.01.2014 – 2 AZR 638/​13, NZA 2014, 965, Rn. 16[]
  2. vgl. BAG, Urteil vom 15.11.2001 – 2 AZR 609/​00; LAG Thü­rin­gen, Urteil vom 17.12.2009 – 5 Sa 365/​09[]
  3. vgl. etwa BAG Urteil vom 11.07.2013 – 2 AZR 994/​12NZA 2014, 250, Rn.44[]