Ent­fer­nung einer Abmah­nung aus der Per­so­nal­ak­te

Ein Arbeit­neh­mer kann ver­lan­gen, dass die Arbeit­ge­be­rin eine miss­bil­li­gen­de Äuße­rung aus der Per­so­nal­ak­te ent­fernt, wenn die­se unrich­ti­ge Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen ent­hält, die den Arbeit­neh­mer in sei­ner Rechts­stel­lung und sei­nem beruf­li­chen Fort­kom­men beein­träch­ti­gen kön­nen. Dies folgt aus der all­ge­mei­nen Für­sor­ge­pflicht der Arbeit­ge­be­rin, die auf dem Gedan­ken von Treu und Glau­ben beruht.

Ent­fer­nung einer Abmah­nung aus der Per­so­nal­ak­te

Nach dem Grund­satz von Treu und Glau­ben hat die Arbeit­ge­be­rin das all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits­recht in Bezug auf Anse­hen, sozia­le Gel­tung und beruf­li­ches Fort­kom­men zu beach­ten. Bei einem objek­tiv rechts­wid­ri­gen Ein­griff in sein Per­sön­lich­keits­recht hat der Arbeit­neh­mer in ent­spre­chen­der Anwen­dung von §§ 242, 1004 BGB Anspruch auf Wider­ruf bzw. Besei­ti­gung der Beein­träch­ti­gung [1]. Für die Fra­ge, ob eine Abmah­nung zu Recht erfolgt ist, kommt es allein dar­auf an, ob der erho­be­ne Vor­wurf objek­tiv gerecht­fer­tigt ist, nicht aber, ob das bean­stan­de­te Ver­hal­ten dem Arbeit­neh­mer auch sub­jek­tiv vor­ge­wor­fen wer­den kann [2].

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 14. Dezem­ber 2010 – 1 Sa 34/​10

  1. BAG, Urteil vom 27.11.1985 – 5AZR101/​84, EzA § 611 BGB Für­sor­ge­pflicht Nr. 38 = AP Nr. 93 zu § 611 BGB Für­sor­ge­pflicht[]
  2. BAG, Urteil vom 07.09.1988 – 5 AZR 625/​87, EzA § 611 BGB Abmah­nung Nr. 17 = AP Nr. 2 zu § 611 BGB Abmah­nung[]