Ent­gelt­ta­rif­ver­trag für das Hotel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be in Nord­rhein-West­fa­len

Dem Ent­gelt­ta­rif­ver­trag vom 19. Febru­ar 2008 für das Gast­stät­ten- und Hotel­ge­wer­be in Nord­rhein-West­fa­len kommt kei­ne All­ge­mein­ver­bind­lich­keit zu.

Ent­gelt­ta­rif­ver­trag für das Hotel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be in Nord­rhein-West­fa­len

Damit hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf der Fest­stel­lungs­kla­ge des Betrei­bers eines Pizz­a­lie­fer­diens­tes aus Moers ent­spro­chen und fest­ge­stellt, dass die Erklä­rung vom 5. Sep­tem­ber 2008, mit der der dama­li­ge Arbeits­mi­nis­ter des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len den Ent­gelt­ta­rif­ver­trag für das Gast­stät­ten- und Hotel­ge­wer­be in Nord­rhein-West­fa­len vom 19. Febru­ar 2008 für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt hat, rechts­wid­rig ist.

Gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 des Tarif­ver­trags­ge­set­zes kann das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les oder nach Über­tra­gung die obers­te Arbeits­be­hör­de eines Lan­des einen Tarif­ver­trag im Ein­ver­neh­men mit dem Tarif­aus­schuss für all­ge­mein­ver­bind­lich erklä­ren, wenn u. a. die tarif­ge­bun­de­nen Arbeit­ge­ber nicht weni­ger als 50 Pro­zent der unter den Gel­tungs­be­reich des Tarif­ver­tra­ges fal­len­den Arbeit­neh­mer beschäf­ti­gen. Das Vor­lie­gen die­ser Vor­aus­set­zun­gen hat das beklag­te Minis­te­ri­um nicht zur Über­zeu­gung des Gerich­tes dar­le­gen kön­nen. Nach den nun­mehr für das Jahr 2008 ver­füg­ba­ren Zah­len aus dem sta­tis­ti­schen Jahr­buch 2009 ergibt sich unter Berück­sich­ti­gung ver­schie­de­ner Abzugs­pos­ten im Ergeb­nis eine Zahl von 243.319 der vom Gel­tungs­be­reich des Tarif­ver­tra­ges erfass­ten Arbeit­neh­mer, der eine Zahl von 121.288 bei tarif­ge­bun­de­nen Arbeit­ge­bern beschäf­tig­ten Arbeit­neh­mern und damit im Ergeb­nis von weni­ger als 50 Pro­zent gegen­über steht. Die Ein­schät­zung des dama­li­gen Arbeits­mi­nis­ters, dass die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung des Tarif­ver­tra­ges im öffent­li­chen Inter­es­se gebo­ten erschien, ist vom Gericht nicht in Zwei­fel gezo­gen wor­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 16. Novem­ber 2010 – 3 K 8653/​08

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