Ent­loh­nungs­grund­sät­ze – nach Weg­fall der Tarif­bin­dung

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts sind die ursprüng­lich kraft Tarif­ge­bun­den­heit des Arbeit­ge­bers im Betrieb gel­ten­den Grund­sät­ze der tarif­li­chen Ver­gü­tungs­ord­nung auch nach dem Weg­fall die­ser Bin­dung das für den Betrieb maß­geb­li­che kol­lek­ti­ve Ver­gü­tungs­sche­ma.

Ent­loh­nungs­grund­sät­ze – nach Weg­fall der Tarif­bin­dung

Das Ende der Tarif­ge­bun­den­heit des Arbeit­ge­bers führt nicht dazu, dass mit ihm außer der Bin­dung an die abso­lu­ten Tarif­löh­ne zugleich die tarif­li­che Ver­gü­tungs­ord­nung als das im Betrieb gel­ten­de kol­lek­ti­ve, abs­trak­te Ver­gü­tungs­sche­ma ersatz­los ent­fie­le.

Bis zu einem wirk­sa­men Ände­rungs­akt ist die­se betriebs­ver­fas­sungs­recht­lich wei­ter gül­tig 1.

Das gilt unab­hän­gig davon, ob das Arbeits­ver­hält­nis vor oder nach dem Weg­fall der Tarif­ge­bun­den­heit begrün­det wird 2.

Ist der Arbeit­ge­ber tarif­ge­bun­den, bil­det das tarif­li­che Ver­gü­tungs­sys­tem die in sei­nem Betrieb gel­ten­den Ent­gelt­grund­sät­ze, ohne dass es einen in der Anwen­dung die­ses Ver­gü­tungs­sys­tems auf die Arbeits­ver­hält­nis­se lie­gen­den, wei­te­ren Umset­zungs- oder Imple­men­tie­rungs­ak­tes bedürf­te.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 23. Janu­ar 2018 – 1 AZR 65/​17

  1. ausf. BAG 15.04.2008 – 1 AZR 65/​07, Rn. 28, BAGE 126, 237; 2.03.2004 – 1 AZR 271/​03, zu IV 1 c aa der Grün­de, BAGE 109, 369[]
  2. Koch SR 2016, 131, 142[]