Ent­schä­di­gung wegen Dis­kri­mi­nie­rung eines Stel­len­be­wer­bers – und die Bezif­fe­rung des Ent­schä­di­gungs­an­spruchs

Bei einer auf Ent­schä­di­gung nach § 15 AGG gerich­te­ten Kla­ge darf die Stel­len­be­wer­be­rin die Höhe der von ihr begehr­ten Ent­schä­di­gung in das Ermes­sen des Gerichts stel­len.

Ent­schä­di­gung wegen Dis­kri­mi­nie­rung eines Stel­len­be­wer­bers – und die Bezif­fe­rung des Ent­schä­di­gungs­an­spruchs

§ 15 Abs. 2 Satz 1 AGG räumt dem Gericht bei der Höhe der Ent­schä­di­gung einen Beur­tei­lungs­spiel­raum ein, wes­halb eine Bezif­fe­rung des Zah­lungs­an­trags nicht not­wen­dig ist.

Die Stel­len­be­wer­be­rin hat ledig­lich Tat­sa­chen zu benen­nen, die das Gericht bei der Bestim­mung der Höhe der Ent­schä­di­gung her­an­zie­hen soll und die Grö­ßen­ord­nung der gel­tend gemach­ten For­de­rung ange­ge­ben 1.

Inso­weit ist es aus­rei­chend, dass sie davon aus­geht, dass der von ihr mit 10.000, 00 € bezif­fer­te Min­dest­be­trag drei Monats­ge­häl­tern ent­spricht.

Für die Kla­ge auf Zah­lung einer Ent­schä­di­gung wegen Ver­let­zung des Per­sön­lich­keits­rechts der Stel­len­be­wer­be­rin nach § 823 Abs. 1 BGB iVm. Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 GG gilt nichts ande­res 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 15. Dezem­ber 2016 – 8 AZR 418/​15

  1. zu den Anfor­de­run­gen an die Bestimmt­heit des Kla­ge­an­trags: vgl. etwa BAG 14.11.2013 – 8 AZR 997/​12, Rn. 16; 13.10.2011 – 8 AZR 608/​10, Rn. 16[]
  2. vgl. etwa BAG 19.10.1988 – 8 AZR 110/​86, zu A der Grün­de mwN; BGH 25.08.2016 – 2 StR 585/​15, Rn. 11 mwN; 18.03.1974 – III ZR 48/​73, zu 1 c der Grün­de mwN[]