Equal Pay und die Höchst­über­las­sungs­dau­er

Das The­ma Equal Pay ist ein seit 2017 im Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz fest ver­an­ker­ter Grund­satz. Hier­bei wer­den den Arbeit­neh­mern, die bei einer Zeit­ar­beits­fir­ma arbei­ten, bestimm­te Rech­te zuge­si­chert. Aber wel­che kon­kre­ten Rege­lun­gen erge­ben sich aus die­sem Grund­satz? Und wel­che Details aus dem Bereich der Höchst­über­las­sungs­dau­er sind beson­ders rele­vant?

Equal Pay und die Höchst­über­las­sungs­dau­er

Equal Pay und die Höchstüberlassungsdauer

Dar­um geht es bei Equal Pay

Im Gesetz für die Arbeit­neh­mer­über­las­sung (kurz auch als AÜG bezeich­net) wur­de der Grund­satz Equal Pay ganz offi­zi­ell inte­griert. Er soll dafür sor­gen, dass die Arbeit­neh­mer einer Zeit­ar­beits­fir­ma nach der Dau­er von 9 Mona­ten das glei­che Gehalt bekom­men wie fes­te Mit­ar­bei­ter. Aller­dings müs­sen sie hier­zu unun­ter­bro­chen bei ein- und der­sel­ben Fir­ma im Ein­satz gewe­sen sein. Vol­le Kon­trol­le über Equal Pay und Höchst­über­las­sungs­dau­er bedeu­tet auch, dass die­se Rege­lung in zwei unter­schied­li­che Berei­che ein­ge­teilt wird. Zum einen gibt es das gesetz­li­che Equal Pay, bei wel­chem die glei­che Lohn­zah­lung nach einem Drei­vier­tel­jahr vor­ge­schrie­ben wird. Zum ande­ren gibt es die Vari­an­te des tarif­li­chen Equal Pay – hier muss der Arbeit­ge­ber sei­ner Pflicht zur glei­chen Bezah­lung erst nach 15 Mona­ten nach­kom­men.

Wann ist Equal Pay rele­vant?

Die Rege­lung des Equal Pay ist seit dem 01.04.2017 in Kraft getre­ten und betrifft alle Arbeit­neh­mer, wel­che sich in der soge­nann­ten End­leih­ar­beit befin­den. Ab dem zehn­ten Monat in Fol­ge müs­sen die­se Leih­kräf­te den glei­chen monat­li­chen Brut­to­lohn erhal­ten wie ihre Kol­le­gen aus einer Fest­an­stel­lung – beim sel­ben Unter­neh­men, ver­steht sich. Um die gesetz­li­chen Rege­lun­gen zu umge­hen, kommt es lei­der manch­mal vor, dass die Ver­lei­her die ent­spre­chen­den Arbeits­kräf­te noch vor dem Ablauf die­ses Zeit­raums in ein ande­res Unter­neh­men ver­set­zen. Vom The­ma Equal Pay sind aller­dings auch jene Leih­ar­bei­ter betrof­fen, wel­che mit einer Ein­satz­pau­se ein­ge­setzt wur­den. Die Ein­satz­zei­ten vor einer sol­chen Pau­se wer­den auf die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen neun Mona­te ange­rech­net. Ab einer Unter­bre­chung mit der Dau­er von drei Mona­ten ist die­se Rege­lung aller­dings hin­fäl­lig und die Ein­satz­zei­ten vor und nach einer Ein­satz­pau­se wer­den nicht mehr addiert.

Was ist mit der Höchst­über­las­sungs­dau­er gemeint?

Auch das The­ma Höchst­über­las­sungs­dau­er gehört in den Bereich einer aktu­el­len Reform des AÜGs. Aus die­sem Grund­satz aus dem April 2017 geht her­vor, dass Arbeit­neh­mer mit einem zeit­lich begrenz­ten Ver­trag nicht län­ger als 18 Mona­te am Stück beim sel­ben Kun­den einer Zeit­ar­beits­fir­ma arbei­ten dür­fen. Das Arbeits­ver­hält­nis in die­sem Bereich besteht aus dem Arbeit­neh­mer selbst, dem Per­so­nal­dienst­leis­ter in der Rol­le des Ver­lei­hers und dem Kun­den­un­ter­neh­men (auch Ent­lei­her genannt). Zwi­schen der Zeit­ar­beits­fir­ma und dem Ent­lei­her besteht ein Ver­trag, wel­cher die Über­las­sung des betrof­fe­nen Arbeit­neh­mers regelt. Hier wer­den alle Rah­men­be­din­gung, wie das Gehalt, die Arbeits­stun­den und die Dau­er des Ein­sat­zes fest­ge­hal­ten. Wäh­rend vor der Reform die Dau­er des Ein­sat­zes belie­big ver­län­gert wer­den durf­te, muss die­se heu­te gewis­sen Ein­schrän­kun­gen ent­spre­chen.

Wel­che Ände­run­gen gibt es hin­sicht­lich der Höchst­über­las­sungs­dau­er?

Die Dau­er der Über­las­sung bezieht sich stets auf einen Arbeit­neh­mer. Das bedeu­tet, dass der­sel­be Arbeit­neh­mer nicht län­ger als 18 Mona­te beim sel­ben Kun­den­un­ter­neh­men im Ein­satz sein darf. War der Arbeit­neh­mer bereits zuvor schon ein­mal bei der glei­chen Fir­ma tätig, so wird die­se Zeit ent­spre­chend ange­rech­net. Das ist aller­dings nur dann der Fall, wenn die­se soge­nann­te Vor­ein­satz­zeit nicht län­ger als maxi­mal drei Mona­te unter­bro­chen wur­de. Sofern die betref­fen­de Per­son in ver­schie­de­nen Unter­neh­men ein­ge­setzt wur­de, wel­che alle zum glei­chen Kon­zern gehö­ren, gel­ten geson­der­te Regeln. Die ein­zel­nen Unter­neh­men wer­den als sepa­ra­te Ent­lei­her gese­hen und daher voll­kom­men getrennt behan­delt. Als Faust­for­mel gilt bei der Höchst­über­las­sungs­dau­er, dass ein Arbeit­neh­mer genau drei Mona­te und einen zusätz­li­chen Tag nicht beim Kun­den im Ein­satz gewe­sen sein darf, damit die­se Rege­lung nicht greift.