equal pay – und die spä­te­re arbeits­ver­tral­gi­che Rege­lung von Aus­schluss­fris­ten

Der Arbeit­neh­mer ist nicht gehal­ten, Aus­schluss­fris­ten aus unwirk­sa­men Tarif­ver­trä­gen der CGZP oder aus den nicht wirk­sam in das Arbeits­ver­hält­nis ein­be­zo­ge­nen Tarif­be­stim­mun­gen ein­zu­hal­ten. Der­ar­ti­ge „tarif­li­che“ Aus­schluss­fris­ten­re­ge­lun­gen sind auch nicht kraft Bezug­nah­me als All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung Bestand­teil des Arbeits­ver­trags gewor­den [1].

equal pay – und die spä­te­re arbeits­ver­tral­gi­che Rege­lung von Aus­schluss­fris­ten

Etwas ande­res ergibt sich nicht aus aus einer Klau­sel im Arbeits­ver­trag, die eine mög­li­che Kol­li­si­on von arbeits­ver­trag­li­cher und tarif­ver­trag­li­cher Aus­schluss­frist regelt [2].

Ob die­se Arbeits­ver­trags­klau­sel eine eigen­stän­di­ge, bei Unwirk­sam­keit der in Bezug genom­me­nen „Tarif­ver­trä­ge“ oder bei einer unwirk­sa­men Bezug­nah­me auf Tarif­ver­trä­ge zum Tra­gen kom­men­de ver­trag­li­che Aus­schluss­fris­ten­re­ge­lung ent­hält, kann dahin­ge­stellt blei­ben. Als sol­che wür­de sie einer AGB-Kon­trol­le nicht stand­hal­ten. Die Kür­ze der Fris­ten auf bei­den Stu­fen benach­tei­lig­te den Klä­ger ent­ge­gen den Gebo­ten von Treu und Glau­ben unan­ge­mes­sen, § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB [3].

Die – spä­ter in den Arbeits­ver­trag ein­ge­füg­te – arbeits­ver­trag­li­che Rege­lung, wonach sämt­li­che Ansprü­che aus dem Arbeits­ver­hält­nis und sol­che, die mit dem Arbeits­ver­hält­nis in Ver­bin­dung ste­hen, ver­fal­len, wenn sie nicht inner­halb von drei Mona­ten ab Fäl­lig­keit gegen­über der ande­ren Ver­trags­par­tei schrift­lich gel­tend gemacht wer­den, erfasst (nur) Ansprü­che, die nach Abschluss die­ser neu­en arbeits­ver­trag­li­chen Rege­lung fäl­lig gewor­den sind. Die von der Leih­ar­beit­ge­be­rin inten­dier­te Rück­wir­kung der Aus­schluss­fris­ten­re­ge­lung wäre – als Ver­trags­be­stand­teil gedacht – nach § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB unwirk­sam, weil sie den Leih­ar­beit­neh­mer durch die nach­träg­li­che zeit­li­che Begren­zung eines bereits ent­stan­de­nen Anspruchs auf glei­ches Arbeits­ent­gelt ent­ge­gen den Gebo­ten von Treu und Glau­ben unan­ge­mes­sen benach­tei­lig­te [4].

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 24. Sep­tem­ber 2014 – 5 AZR 254/​13

  1. vgl. BAG 13.03.2013 – 5 AZR 294/​12, Rn. 21 f.; 19.02.2014 – 5 AZR 680/​12, Rn. 12[]
  2. vgl. BAG 13.03.2013 – 5 AZR 954/​11, Rn. 40, BAGE 144, 306; 25.09.2013 – 5 AZR 778/​12, Rn. 14 ff.; 23.10.2013 – 5 AZR 556/​12, Rn. 14[]
  3. vgl. BAG 25.05.2005 – 5 AZR 572/​04, BAGE 115, 19; 28.09.2005 – 5 AZR 52/​05, BAGE 116, 66[]
  4. vgl. BAG 19.02.2014 – 5 AZR 1046/​12, Rn. 23; 19.02.2014 – 5 AZR 920/​12, Rn. 16 ff., 25[]