Erschwer­nis­zu­la­ge für eine Lehr­kraft

Einem Leh­rer ste­hen für die Teil­nah­me an mehr­tä­gi­gen Stu­di­en­fahr­ten kei­ne Ansprü­che nach der Erschwer­nis­zu­la­gen­ver­ord­nung (EZulV) idF der Bekannt­ma­chung vom 03.12 1998 1 zu.

Erschwer­nis­zu­la­ge für eine Lehr­kraft

Die Fra­ge, ob der zeit­li­che Auf­wand eines voll­zeit­be­schäf­tig­ten Leh­rers für die Teil­nah­me an Schul­fahr­ten, zu denen ua. Klas­sen- und Stu­di­en­fahr­ten zäh­len 2, in den Zei­ten von 20:00 Uhr bis 06:00 Uhr bereits durch das regel­mä­ßi­ge Arbeits­ent­gelt abge­gol­ten ist, kann durch die Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 26.04.1985 3 als hin­rei­chend geklärt ange­se­hen wer­den.

Die EZulV regelt nur die Gewäh­rung von Zula­gen zur Abgel­tung beson­de­rer, bei der Bewer­tung des Amtes nicht berück­sich­tig­ter Erschwer­nis­se (vgl. § 1 EZulV). In glei­cher Wei­se bestimmt § 5 Abs. 3 EZulV, dass die Zula­ge nicht gewährt wird, soweit der Dienst zu ungüns­ti­gen Zei­ten auf ande­re Wei­se als mit abge­gol­ten oder aus­ge­gli­chen gilt. Es muss um Auf­ga­ben und Arbeits­be­din­gun­gen der Leh­rer gehen, die in ihrer Tätig­keit stets wie­der­keh­rend, wenn auch nicht stän­dig beson­de­ren, durch die Ver­gü­tung nicht abge­gol­te­nen Erschwer­nis­sen aus­ge­setzt sind 4.

Das ist bei Tätig­kei­ten wie der Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung von Schul­fahr­ten, die übli­cher­wei­se mit der Auf­ga­ben­stel­lung eines Leh­rers an einer all­ge­mein­bil­den­den Schu­le ver­knüpft sind, nicht der Fall 5. Die einem Leh­rer gemäß § 611 Abs. 1 BGB oblie­gen­de Arbeits­pflicht beinhal­tet nicht nur die Ertei­lung der fest­ge­leg­ten Unter­richts­stun­den, son­dern umfasst alle Dienst­leis­tun­gen, die übli­cher­wei­se mit der Auf­ga­ben­stel­lung eines Leh­rers an einer all­ge­mein­bil­den­den Schu­le ver­knüpft sind. Dazu gehört grund­sätz­lich auch die Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung von ein- oder mehr­tä­gi­gen Schul­fahr­ten.

Der Erzie­hungs­auf­trag der all­ge­mein­bil­den­den Schu­len zielt eben­so dar­auf ab, die Schü­ler durch ent­spre­chen­de schu­li­sche Ver­an­stal­tun­gen in ihrem sozia­len Ver­hal­ten unter Beach­tung der in den Schul­ge­set­zen der Län­der fest­ge­leg­ten Erzie­hungs­zie­le zu beein­flus­sen 6.

Das kommt so auch in den maß­geb­li­chen Rege­lun­gen des hier beklag­ten Lan­des Meck­len­burg-Vor­pom­mern zum Aus­druck (vgl. § 100 Abs. 4 SchulG M‑V; Ziff. 1.1, 1.2 der Ver­wal­tungs­vor­schrift "Ler­nen am ande­ren Ort" vom 23.09.2013 des Minis­te­ri­ums für Bil­dung, Wis­sen­schaft und Kul­tur Meck­len­burg-Vor­pom­mern, aaO, abge­löst durch Ziff. 1.1, 1.2 der Ver­wal­tungs­vor­schrift "Durch­füh­rung von Schul­wan­de­run­gen und Schul­fahr­ten an öffent­li­chen all­ge­mein bil­den­den und beruf­li­chen Schu­len" vom 22.09.2017, aaO).

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 20. Novem­ber 2018 – 6 AZN 569/​18

  1. BGBl. I S. 3497[]
  2. vgl. Ziff. 2.1 der Ver­wal­tungs­vor­schrift "Ler­nen am ande­ren Ort" vom 23.09.2013 des Minis­te­ri­ums für Bil­dung, Wis­sen­schaft und Kul­tur Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Mittl.bl. BM M‑V Nr. 9 S. 265; abge­löst durch Ziff. 1.3 der Ver­wal­tungs­vor­schrift "Durch­füh­rung von Schul­wan­de­run­gen und Schul­fahr­ten an öffent­li­chen all­ge­mein bil­den­den und beruf­li­chen Schu­len" vom 22.09.2017, Mittl.bl. BM M‑V Nr. 9 S. 132[]
  3. BAG 26.04.1985 – 7 AZR 432/​82, BAGE 48, 327[]
  4. vgl. zu Beam­ten BVerwG 22.03.2018 – 2 C 43.17, Rn. 14[]
  5. vgl. für beam­te­te Leh­rer VG Düs­sel­dorf 5.10.2012 – 26 K 1169/​12[]
  6. BAG 26.04.1985 – 7 AZR 432/​82, zu II 2 b der Grün­de, aaO; LAG Sach­sen-Anhalt 4.06.2010 – 2 Sa 325/​09, zu II 3 a bb der Grün­de; für beam­te­te Leh­rer: BVerwG 23.09.2004 – 2 C 61.03, zu 2 der Grün­de, BVerw­GE 122, 65; OVG Lüne­burg 5.11.2013 – 5 LB 64/​13, zu I 1 der Grün­de[]
  7. BGBl. I S. 3497[]