Fest­stel­lung der Unwirk­sam­keit des Eini­gungs­stel­len­spruchs

Ein auf die Fest­stel­lung der Unwirk­sam­keit des Eini­gungs­stel­len­spruchs gerich­te­te Antrag des Betriebs­rats ist zuläs­sig.

Fest­stel­lung der Unwirk­sam­keit des Eini­gungs­stel­len­spruchs

Der Antrag ist auf die Fest­stel­lung des Nicht­be­stehens eines betriebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Rechts­ver­hält­nis­ses iSv. § 256 Abs. 1 ZPO gerich­tet 1.

Der Betriebs­rat hat an der begehr­ten Fest­stel­lung ein berech­tig­tes Inter­es­se, wenn die Arbeit­ge­be­rin davon aus­geht, dass der Spruch die Eini­gung zwi­schen den Betriebs­par­tei­en ersetzt.

Dage­gen ist ein auf die Fest­stel­lung der Unwirk­sam­keit ein­zel­ner Bestim­mun­gen gerich­te­te Hilfs­an­trag ist pro­zes­su­al unbe­acht­lich. Ein auf die Fest­stel­lung der Unwirk­sam­keit eines Eini­gungs­stel­len­spruchs gerich­te­ter Antrag umfasst als Minus immer die Prü­fung, ob die­ser (nur) teil­wei­se unwirk­sam ist 2. Da die­ses Begeh­ren im jewei­li­gen Sach­an­trag ent­hal­ten ist, muss das Gericht – wenn der Spruch nur teil­un­wirk­sam ist – dies nach § 308 Abs. 1 ZPO als Weni­ger zuer­ken­nen 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 11. Dezem­ber 2018 – 1 ABR 17/​17

  1. vgl. zB BAG 8.12 2015 – 1 ABR 2/​14, Rn. 33 mwN, BAGE 153, 318[]
  2. vgl. dazu auch BAG 8.12 2015 – 1 ABR 2/​14, Rn. 33, BAGE 153, 318; 12.11.2013 – 1 ABR 59/​12, Rn. 18, BAGE 146, 271[]
  3. vgl. BAG 22.06.2010 – 1 AZR 853/​08, Rn. 15, BAGE 135, 13[]