Fest­stel­lung eines Mit­be­stim­mungs­rechts – und die Bestimmt­heit des Fest­stel­lungs­an­trags

Der Antrag­stel­ler eines Beschluss­ver­fah­rens muss ent­we­der die Maß­nah­me des Arbeit­ge­bers oder die betrieb­li­che Ange­le­gen­heit, hin­sicht­lich derer ein Mit­be­stim­mungs­recht strei­tig ist, so genau bezeich­nen, dass mit der Ent­schei­dung über den Antrag fest­steht, für wel­che betrieb­li­chen Ange­le­gen­hei­ten das Mit­be­stim­mungs­recht bejaht oder ver­neint wor­den ist.

Fest­stel­lung eines Mit­be­stim­mungs­rechts – und die Bestimmt­heit des Fest­stel­lungs­an­trags

Die­se müs­sen so kon­kret umschrie­ben wer­den, dass die Streit­fra­ge mit Rechts­kraft­wir­kung zwi­schen den Betriebs­par­tei­en ent­schie­den wer­den kann 1.

Dies war in dem hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Ver­fah­ren nicht der Fall: Dem Vor­brin­gen des Betriebs­rats lässt sich nicht ent­neh­men, wel­che betrieb­li­che Ange­le­gen­heit oder wel­che Maß­nah­me der Arbeit­ge­be­rin mit­be­stimmt wer­den soll. Der Betriebs­rat meint, die Arbeit­ge­be­rin sei ver­pflich­tet, "auch ohne durch­setz­ba­re Ein­fluss­mög­lich­kei­ten" auf die Ent­schei­dun­gen des Ver­ga­be­aus­schus­ses ein­zu­wir­ken. Durch den Antrag wird auch unter Berück­sich­ti­gung des Vor­brin­gens des Betriebs­rats nicht ansatz­wei­se anhand abs­trak­ter Kri­te­ri­en beschrie­ben, bei wel­chen kon­kre­ten Maß­nah­men der Arbeit­ge­be­rin, die die Ver­ga­be­ent­schei­dung des Aus­schus­ses bei dem herr­schen­den Unter­neh­men betref­fen, er ein Mit­be­stim­mungs­recht rekla­miert. Weder der im Antrag wie­der­ge­ge­be­ne "Rege­lungs­ge­gen­stand ‚Ver­tei­lung von Stock-Opti­ons sowie Time-Based Restric­ted Stock Unit Awards‘" noch der Vor­trag las­sen erken­nen, wel­che von der Arbeit­ge­be­rin vor­zu­neh­men­den Hand­lun­gen einem ihm zuste­hen­den Mit­be­stim­mungs­recht unter­lie­gen sol­len. Einen betrieb­li­chen Anlass­fall hat der Betriebs­rat nicht vor­ge­tra­gen. Er hat auch nicht dar­ge­tan, dass zwi­schen den Betriebs­par­tei­en ein über­ein­stim­men­des Ver­ständ­nis besteht, wel­che Maß­nah­men die Arbeit­ge­be­rin zur Ein­wir­kung auf die Ver­ga­be­ent­schei­dung ergrei­fen könn­te.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 23. Okto­ber 2018 – 1 ABR 18/​17

  1. BAG 8.06.2004 – 1 ABR 13/​03, zu B I 2 a aa der Grün­de mwN, BAGE 111, 36[]