Fest­stel­lungs­kla­ge statt Leis­tungs­kla­ge?

Das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se ist nur dann gege­ben, wenn durch die Ent­schei­dung über den Fest­stel­lungs­an­trag der Streit ins­ge­samt besei­tigt wird und das Rechts­ver­hält­nis der Par­tei­en abschlie­ßend geklärt wer­den kann.

Fest­stel­lungs­kla­ge statt Leis­tungs­kla­ge?

Es fehlt, wenn durch die Ent­schei­dung kein Rechts­frie­den geschaf­fen wird, weil nur ein­zel­ne Ele­men­te eines Rechts­ver­hält­nis­ses zur Ent­schei­dung des Gerichts gestellt wer­den.

Die Rechts­kraft der Ent­schei­dung muss wei­te­re gericht­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen über die zwi­schen den Par­tei­en strit­ti­gen Fra­gen um den­sel­ben Fra­gen­kom­plex aus­schlie­ßen.

Das ist bei einem auf Fest­stel­lung einer Zah­lungs­ver­pflich­tung gerich­te­ten Antrag in der hier gewähl­ten Form dann der Fall, wenn ins­be­son­de­re über wei­te­re Fak­to­ren, die die Zah­lungs­hö­he bestim­men, kein Streit besteht und die kon­kre­te Bezif­fe­rung dann ledig­lich eine ein­fa­che Rechen­auf­ga­be ist, die von den Par­tei­en in einem unstrei­ti­gen Ver­fah­ren eben­so selbst umge­setzt wer­den kön­nen wie die wei­te­ren Zah­lungs­mo­da­li­tä­ten. Ande­ren­falls müs­sen auch die wei­te­ren Berech­nungs­kri­te­ri­en zum Gegen­stand des Fest­stel­lungs­an­trags gemacht wer­den, damit nicht ledig­lich eine Vor­fra­ge geklärt wird, die die Rechts­grund­la­gen für den Ent­gelt­an­spruch nicht abschlie­ßend klärt 1.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 7. Dezem­ber 2016 – 4 AZR 346/​14

  1. st. Rspr., BAG 21.04.2010 – 4 AZR 755/​08, Rn. 21 mwN[]