Frei­stel­lung – und die Urlaubs­ab­gel­tung

Der Anspruch auf Urlaubs­ab­gel­tung nach § 7 Abs. 4 BUr­lG setzt vor­aus, dass zum Zeit­punkt der recht­li­chen Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses ein offe­ner Urlaubs­an­spruch besteht, der wegen der Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses ganz oder teil­wei­se nicht mehr gewährt wer­den kann.

Frei­stel­lung – und die Urlaubs­ab­gel­tung

Im Hin­blick auf den vom Arbeit­ge­ber erho­be­nen Ein­wand, die Urlaubs­an­sprü­che des Arbeit­neh­mers sei­en durch des­sen Frei­stel­lung erfüllt wor­den (§ 362 Abs. 1 BGB), ist zu beach­ten, dass die Erfül­lung des Anspruchs auf Erho­lungs­ur­laub eine vom Arbeit­ge­ber im Vor­aus erklär­te unwi­der­ruf­li­che Frei­stel­lung des Arbeit­neh­mers von einer sonst bestehen­den Arbeits­pflicht vor­aus­setzt [1]. Die Erklä­rung des Arbeit­ge­bers, der Arbeit­neh­mer wer­de „einst­wei­len wider­ruf­lich“ frei­ge­stellt, erfüllt die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht.

Der Abgel­tungs­an­spruch gemäß § 7 Abs. 4 BUr­lG ist ent­spre­chend § 11 BUr­lG zu berech­nen [2]. Haben die Par­tei­en für die Abgel­tung des über­ge­setz­li­chen Urlaubs kei­ne von den Bestim­mun­gen des Bun­des­ur­laubs­ge­set­zes abwei­chen­den Ver­ein­ba­run­gen getrof­fen, so ist von einem Gleich­lauf aus­zu­ge­hen ist.

Aus­ge­hend von dem in § 11 BUr­lG gere­gel­ten Refe­renz­prin­zip [3] ist als Geld­fak­tor für die Ermitt­lung der Höhe des Anspruchs nicht auf sei­nen Durch­schnitts­ver­dienst in den letz­ten drei Abrech­nungs­mo­na­ten abzu­stel­len, son­dern auf den durch­schnitt­li­chen Arbeits­ver­dienst, den der Arbeit­neh­mer in den letz­ten 13 Wochen vor Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses – unter Außer­acht­las­sung ander­wei­ti­gen Ver­diens­tes [4] – bean­spru­chen konn­te [5].

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 22. Okto­ber 2019 – 9 AZR 98/​19

  1. vgl. BAG 19.02.2019 – 9 AZR 278/​16, Rn. 15 f.[]
  2. vgl. ErfK/​Gallner 20. Aufl. BUr­lG § 7 Rn. 73; HWK/​Schinz 8. Aufl. § 7 BUr­lG Rn. 112[]
  3. vgl. BAG 21.09.2010 – 9 AZR 510/​09, Rn. 16 mwN, BAGE 135, 301[]
  4. vgl. BAG 9.11.1999 – 9 AZR 922/​98, zu I 3 b aa der Grün­de[]
  5. vgl. BAG 10.12 2013 – 9 AZR 279/​12, Rn. 13; zur Bemes­sung des gewöhn­li­chen Arbeits­ent­gelts vgl. BAG 20.09.2016 – 9 AZR 429/​15, Rn.19 mwN[]