Frist­lo­se Kün­di­gung wegen Damen­bin­de

Die frist­lo­se Kün­di­gung von Ver­käu­fe­rin­nen trotz eines vor­geb­lich nur gerin­gen mate­ri­el­len Scha­dens beschäf­tigt nicht nur im Fall von "Emmi­ly" die Arbeits­ge­rich­te. Auch das Arbeits­ge­richt Wup­per­tal hat­te sich jetzt mit einem ähn­li­chen Fall zu beschäf­ti­gen.

Frist­lo­se Kün­di­gung wegen Damen­bin­de

In dem in Wup­per­tal zu ent­schei­den­den Fall benö­tig­te die seit 2001 beschäf­tig­te Klä­ge­rin nach Geschäfts­schluss an einem Sams­tag noch ein Paket Bin­den. In Abspra­che mit einer Kol­le­gin nahm sie ein Paket Bin­den mit und hin­ter­leg­te den Kauf­preis von 0,59 € auf einem Tisch im Auf­ent­halts­raum. Nach den Behaup­tun­gen der Beklag­ten besuch­te am dar­auf fol­gen­den Mon­tag die Bezirks­lei­te­rin die Filia­le und frag­te nach, wem das Geld auf dem Tisch gehö­re. Die Klä­ge­rin habe erklärt, dass dies ihr Geld sei und es ein­ge­steckt. Eine Bezah­lung der Bin­den erfolg­te nicht mehr. Das Unter­neh­men kün­dig­te der Klä­ge­rin wegen des Vor­wurfs des Dieb­stahls frist­los, hilfs­wei­se frist­ge­recht.

Das Arbeits­ge­richt Wup­per­ta­ler hat die­se Kün­di­gung nun für rechts­un­wirk­sam erklärt. Nach Auf­fas­sung der Wup­per­ta­ler Arbeits­rich­ter konn­te der Klä­ge­rin nicht mit der not­wen­di­gen Wahr­schein­lich­keit nach­ge­wie­sen wer­den, dass sie zum Zeit­punkt des Ein­ste­ckens des Geld­be­tra­ges die Arbeit­ge­be­rin schä­di­gen und sich selbst berei­chern woll­te.

Arbeits­ge­richt Wup­per­tal, Urteil vom 31. März 2009 – 4 Ca 3853/​08