Gericht­li­che Zustel­lun­gen – und die Man­dats­nie­der­le­gung des bei­geord­ne­ten Rechts­an­walts

Eine gegen­über dem Gericht ange­zeig­te "Nie­der­le­gung" des Man­dats eines im Rah­men der Pro­zess­kos­ten­hil­fe bei­geord­ne­ten Anwalts ent­fal­tet kei­ne Wir­kung 1.

Gericht­li­che Zustel­lun­gen – und die Man­dats­nie­der­le­gung des bei­geord­ne­ten Rechts­an­walts

Die gem. § 121 Abs. 1 ZPO erfolg­te Anwalts­bei­ord­nung ver­pflich­tet den Rechts­an­walt, im gericht­li­chen Ver­fah­ren die Ver­tre­tung einer Par­tei zu über­neh­men (§ 48 Abs. 1 Nr.1 BRAO) und steht einer Man­dats­nie­der­le­gung durch ein­sei­ti­ge Erklä­rung ent­ge­gen.

Der bei­geord­ne­te Rechts­an­walt ist dar­auf ver­wie­sen, gem. § 48 Abs. 2 BRAO die Auf­he­bung der Bei­ord­nung zu bean­tra­gen, was "wich­ti­ge Grün­de" vor­aus­setzt.

Da im hier ent­schie­de­nen Fall der ent­spre­chen­de Antrag des Rechts­an­walts zum Zeit­punkt der Zustel­lung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung noch nicht beschie­den war, war der Klä­ger an die­sem Tag wei­ter­hin recht­lich wirk­sam (auch) durch die­sen Rechts­an­walt anwalt­lich ver­tre­ten 2. Haben sich für eine Par­tei – wie im vor­lie­gen­den Fall für den Klä­ger – meh­re­re Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te bestellt, so genügt die Zustel­lung an einen von ihnen 3.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Baden ‑Würt­tem­berg, Urteil vom 7. Dezem­ber 2015 – 3 Ta 21/​15

  1. Vor­werk in Gaier/​Wolf/​Göcken, Anwalt­li­ches Berufs­recht 2. Aufl. § 48 BRAO Rn. 6[]
  2. vgl. BVerwG 10.04.2006 – 5 B 87/​05[]
  3. BGH 4.06.1992 – IX ZR 149/​91BGHZ 118, 312, 322[]