Geschätz­te Über­stun­den

Es ist mög­lich, Über­stun­den nach § 287 Abs. 2 iVm. Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 ZPO auf der Grund­la­ge des vom Arbeit­neh­mer geleis­te­ten Tat­sa­chen­vor­trags zu schät­zen.

Geschätz­te Über­stun­den

Ver­langt der Arbeit­neh­mer vom Arbeit­ge­ber Ver­gü­tung für Über­stun­den, obliegt es ihm, dar­zu­le­gen und gege­be­nen­falls zu bewei­sen, dass er Arbeit in einem die Nor­mal­ar­beits­zeit über­stei­gen­den zeit­li­chen Umfang ver­rich­tet hat 1 und dass die von ihm geleis­te­ten Über­stun­den ange­ord­net, gebil­ligt, gedul­det oder jeden­falls zur Erle­di­gung der geschul­de­ten Arbeit erfor­der­lich waren 2.

Steht fest, dass Über­stun­den auf Ver­an­las­sung des Arbeit­ge­bers geleis­tet wor­den sind, kann aber der Arbeit­neh­mer sei­ner Dar­le­gungs- oder Beweis­last für ein­zel­ne Über­stun­den nicht in jeder Hin­sicht genü­gen, hat das Gericht den Umfang geleis­te­ter Über­stun­den nach § 287 Abs. 2 iVm. Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 ZPO zu schät­zen, sofern die Schät­zung nicht man­gels jeg­li­cher kon­kre­ter Anhalts­punk­te will­kür­lich wäre 3.

Vor­aus­set­zung für eine Schät­zung ist dem­nach ledig­lich, dass die kla­gen­de Par­tei dem Gericht eine tat­säch­li­che Grund­la­ge für die Schät­zung gelie­fert und sich in einem den Umstän­den nach zumut­ba­ren Maß um eine Sub­stan­zi­ie­rung bemüht hat 4.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 13. Dezem­ber 2016 – 9 AZR 574/​15

  1. vgl. BAG 16.05.2012 – 5 AZR 347/​11, Rn. 27, BAGE 141, 330[]
  2. vgl. BAG 10.04.2013 – 5 AZR 122/​12, Rn. 15[]
  3. vgl. BAG 25.03.2015 – 5 AZR 602/​13, Rn. 18, 20, BAGE 151, 180[]
  4. vgl. BAG 16.09.2004 – 2 AZR 447/​03, zu B V 2 b aa der Grün­de[]