Inter­es­sen­aus­gleich – Sozi­al­plan

Inter­es­sen­aus­gleich und Sozi­al­plan unter­schei­den sich deut­lich nach Inhalt, Funk­ti­on, Zustan­de­kom­men und Wir­kungs­wei­se [1].

Inter­es­sen­aus­gleich – Sozi­al­plan

Gegen­stand des Inter­es­sen­aus­gleichs ist die Fra­ge, ob, wann und wie eine Betriebs­än­de­rung durch­ge­führt wird. Der Betriebs­rat soll die Mög­lich­keit haben, im Inter­es­se der Arbeit­neh­mer auf Moda­li­tä­ten der Betriebs­än­de­rung Ein­fluss zu neh­men. Dabei geht es auch und gera­de um die Fra­ge, ob die Betriebs­än­de­rung gegen­über den betrof­fe­nen Arbeit­neh­mern in einer Wei­se durch­ge­führt wer­den kann, dass die­sen mög­lichst kei­ne oder doch nur gerin­ge wirt­schaft­li­che Nach­tei­le ent­ste­hen. Der Inter­es­sen­aus­gleich ver­mit­telt grund­sätz­lich kei­ne nor­ma­ti­ve Wir­kung für die Arbeits­ver­hält­nis­se der Arbeit­neh­mer, er hat kei­ne unmit­tel­ba­re und zwin­gen­de Wir­kung auf die Ein­zel­ar­beits­ver­hält­nis­se [2]. Bereits dies spricht gegen die Annah­me, die Inter­es­sen­aus­gleichs­re­ge­lung des § 3.02. IA/​SP räu­me den Mit­ar­bei­tern einen Anspruch auf eine Ver­set­zung ein.

Der Sozi­al­plan knüpft hin­ge­gen an die­je­ni­gen wirt­schaft­li­chen Nach­tei­le an, die den von der Betriebs­än­de­rung betrof­fe­nen Arbeit­neh­mern trotz einer mög­lichst scho­nungs­vol­len Durch­füh­rung der Betriebs­än­de­rung tat­säch­lich ent­ste­hen. Die­se sind im Rah­men der zukunfts­be­zo­ge­nen Aus­gleichs- und Über­brü­ckungs­funk­ti­on von Sozi­al­plä­nen im Rah­men des Beur­tei­lungs- und Gestal­tungs­spiel­raums der Betriebs­par­tei­en aus­zu­glei­chen [3].

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 14. Juni 2017 – 10 AZR 308/​15

  1. vgl. Fit­ting 28. Aufl. §§ 112, 112a Rn. 2[]
  2. vgl. BAG 14.11.2006 – 1 AZR 40/​06, Rn. 16 mwN, BAGE 120, 173[]
  3. vgl. BAG 30.11.2016 – 10 AZR 805/​15, Rn. 26 mwN[]