Kein Grund­satz der Tarif­ein­heit

Das Bun­des­ar­beits­ge­richt ver­ab­schie­det sich vom Grund­satz der Tarif­ein­heit. Der Zehn­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts hat sich jetzt der vom Vier­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts im Anfra­ge­be­schluss vom 27. Janu­ar 2010 dar­ge­leg­ten Rechts­auf­fas­sung zur Tarif­ein­heit ange­schlos­sen. Auch nach Auf­fas­sung des Zehn­ten Senats gel­ten die Rechts­nor­men eines Tarif­ver­trags, die den Inhalt, den Abschluss und die Been­di­gung von Arbeits­ver­hält­nis­sen ord­nen, für Beschäf­tig­te kraft Koali­ti­ons­mit­glied­schaft nach § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1 TVG unmit­tel­bar.

Kein Grund­satz der Tarif­ein­heit

Dies wird nicht dadurch aus­ge­schlos­sen, dass für den Betrieb kraft Tarif­bin­dung des Arbeit­ge­bers (Ver­bands­mit­glied­schaft oder eige­ner Abschluss des Tarif­ver­trags) mehr als ein Tarif­ver­trag Anwen­dung fin­det, wenn für den ein­zel­nen Arbeit­neh­mer jeweils nur ein Tarif­ver­trag gilt (sog. Tarif­plu­ra­li­tät). Es gibt kei­nen über­ge­ord­ne­ten Grund­satz, dass für ver­schie­de­ne Arbeits­ver­hält­nis­se der­sel­ben Art in einem Betrieb nur ein­heit­li­che Tarif­re­ge­lun­gen zur Anwen­dung kom­men kön­nen.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschlüs­se vom 23. Juni 2010 – 10 AS 2/​10 – und – 10 AS 3/​10 -
Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschlüs­se vom 27. Janu­ar 2010 – 4 AZR 537/​08 (A) – und – 4 AZR 549/​08 (A)