Kein häus­li­ches Arbeits­zim­mer für Leh­rer

Es besteht kein Anspruch eines Leh­rers auf Über­nah­me der Kos­ten für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer. Ent­schied jetzt das Lan­des­ar­beits­ge­richts Nie­der­sach­sen und wies die Kla­ge eines ange­stell­ten Leh­rers auf Zah­lung von Auf­wen­dungs­er­satz für sein häus­li­ches Arbeits­zim­mer ab.

Kein häus­li­ches Arbeits­zim­mer für Leh­rer

Der Klä­ger, ein Leh­rer im Ange­stell­ten­ver­hält­nis an der Koope­ra­ti­ven Gesamt­schu­le Schne­ver­din­gen, mach­te gel­tend, auf­grund der räum­li­chen Situa­ti­on im Leh­rer­zim­mer, in dem für ins­ge­samt 100 Leh­rer nur 50 Sitz­plät­ze an ins­ge­samt 17 Tischen zur Ver­fü­gung stün­den, sei er dar­auf ange­wie­sen, die Unter­richts­vor­be­rei­tung und ‑nach­be­rei­tung zu Hau­se durch­zu­füh­ren.

Nach Weg­fall der steu­er­li­chen Abzugs­fä­hig­keit des häus­li­chen Arbeits­zim­mers bean­trag­te er, ihm im Schul­ge­bäu­de ein aus­ge­bau­tes Arbeits­zim­mer zur Ver­fü­gung zu stel­len. Die­sen Antrag lehn­te die Schul­be­hör­de ab. Der Klä­ger begehrt nun­mehr von sei­nem Arbeit­ge­ber Erstat­tung der Kos­ten für ein pri­va­tes Arbeits­zim­mer sowie für Büro­ma­te­ria­li­en in Höhe von zusam­men 120 € pro Monat. Das beklag­te Land Nie­der­sach­sen ver­wies dem­ge­gen­über dar­auf, dass nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts auch für beam­te­te Leh­rer ein Anspruch auf Erstat­tung der Aus­la­gen für ein pri­va­tes Arbeits­zim­mer nicht bestehe, für ange­stell­te Leh­rer kön­ne nichts ande­res gel­ten.

Das Arbeits­ge­richt Lüne­burg hat die Kla­ge des Leh­rers abge­wie­sen. Die hier­ge­gen ein­ge­leg­te Beru­fung des Klä­gers wur­de jetzt vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen zurück­ge­wie­sen, aller­dings hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt die Revi­si­on an das Bun­des­ar­beits­ge­richt in Erfurt zuge­las­sen.

Nach Ansicht des Lan­des­ar­beits­ge­richts steht dem gel­tend gemach­ten Anspruch das Berufs­bild des Leh­rers ent­ge­gen. Die­ses sei dadurch geprägt, dass auf der einen Sei­te fes­te Unter­richts­pflich­ten in der Schu­le bestün­den und auf der ande­ren Sei­te die Unter­richts­vor­be­rei­tung und ‑nach­be­rei­tung zu Hau­se in frei­er zeit­li­cher und ört­li­cher Selbst­be­stim­mung durch­ge­führt wer­den kön­ne.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Urteil vom 9. Novem­ber 2009 –